<H1>Dekorationselemente</H1> Die Dekoration ist ein bestimmendes Gestaltungselement. Sorgfältig ausgewählte Dekorationsstücke bilden an ausgesuchten Plätzen mit den sie umgebenden Pflanzen eine harmonische Einheit. Original schwedisches Holzhaus Schlicht-dekorativer Staketenzaun Sichtschutzelemente mit Schattierungsgewebe Gartenlaube Apfelhäuschen Schwedenschuppen
ANLEITUNG GARTENPLAN

 

Eine Grundidee muss dem Ganzen einer Garten- oder Parkanlage zugrunde liegen.
Der leitende, durchbildende Gedanke muss in jedem Einzelnen zu erkennen sein.
Damit verlange ich keineswegs, dass auch schon im Voraus der genaue Plan der Ausführung
bis in jede Einzelheit entworfen und streng daran festgehalten wird.

Gerade das Gegenteil möchte ich in gewisser Hinsicht empfehlen.

Fürst Pückler

Im Laufe der Jahre habe ich unzählige Zuschriften und Anfragen bekommen, die sich mit der Problematik der Gartenplanung als solcher befassten. Denn den meisten frischgebackenen Gartenbesitzern geht es ebenso wie uns erging, als wir vor nunmehr elf Jahren begannen, das kleine Stück Land rings um unser Traumhaus  zu gestalten. Kein einfaches Unterfangen, sollte sich doch der Garten an das Haus anpassen.

Viele, die mir freundliche Zuschriften schickten, gingen davon aus, dass ich die auf meiner Homepage dargestellten Gartenpläne mithilfe eines Computerprogramms erstellt hätte und fragten mich darum nach dem Namen des verwendeten Programms.

Leider musste ich diesen zahlreichen Gartenfreunden mitteilen, dass ich trotz intensiver Suche auf dem Computermarkt kein empfehlenswertes Gartengestaltungsprogramm ausfindig machen konnte.

Ich habe etliche Demoversionen ausprobiert und auch den einen oder anderen Fehlkauf in eine nicht funktionsfähige Vollversion investiert, um mich letztendlich auf meine Wurzeln zu besinnen und die Pläne von Hand zu zeichnen.

 

In der Folge möchte ich euch einen kleinen Überblick an die Hand gehen, wie ihr auch ohne großes zeichnerisches Talent einen funktionsfähigen und aussagekräftigen Pflanzplan erstellen könnt.

ERSTER SCHRITT:
D
AS ERSTELLEN EINER PLANGRUNDLAGE

In der Bauvorlagemappe befindet sich meist ein Plan des Erdgeschosses im Maßstab 1:100 mit dem gesamten oder einem Großteil des Grundstücks darauf. Zumindest die Lage der Zugangswege zur Haustüre und von bauseits erstellten Außenanlagen wie Garagen und Terrassen lassen sich dort einfach ablesen.

Wahlweise gibt es bei neueren Baugesuchen oft die Auflage, dass der Architekt oder Vorlageberechtigte einen Gartenplan selbst erstellt oder erstellen lässt, aus dem hervorgeht, dass die von der Gemeinde aufgestellten Anforderungen an die Grünplanung auch erfüllt werden (zum Beispiel eine ausreichende Anzahl von Bäumen pro festgelegtem Flächenanteil des Grundstücks, Lage und Ausmaß von Zisternen, Stellplätzen, versiegelten Flächen und so weiter).

Je nach Grundstücksgröße wird ein solcher Grünordungs- oder Gartenplan im Maßstab 1:100 (bis etwa 8 Ar Grundfläche praktikabel, je nach Zuschnitt des Grundstücks) oder im Maßstab 1:200 (bei größeren oder ungeschickt geschnittenen Grundstücken) angefertigt. Der Maßstab 1:100 bedeutet hierbei, dass 1 cm auf dem Plan 100 cm = 1m in der Wirklichkeit entspricht, während der Maßstab 1:200 aussagt, dass 1 cm auf dem Plan dagegen 200 cm = 2m in eurem Garten entsprechen.

Sofern der euch zur Verfügung stehende Plan, der das gesamte Grundstück darstellt, auf ein Blatt im Format DIN A 3 passt, könnt ihr relativ zügig zur Tat schreiten und euch einfach in einem Copyshop eine ausreichende Anzahl Kopien ohne Maßstabsänderung (Zoom auf 100% gestellt) ziehen lassen.

Falls euch jedoch kein solcher Plan zur Verfügung steht, müsst ihr in der Bauvorlagemappe nach dem Lageplan suchen. Dieser wird je nach Bundesland im Maßstab 1:400 oder 1:500 angefertigt und zeigt immer die gesamte Grundstücksfläche, da anhand von ihm die Baubehörde prüft, ob Abstandsflächen, Baufenster und/oder Baugrenzen eingehalten wurden. Auf ihm muss, wie auch auf den anderen Plänen, immer der entsprechende Maßstab angegeben sein.

Um von einem Lageplan im Maßstab 1:400 auf einen für die Gartenplanung handhabbaren Maßstab von 1:200 zu kommen, müsst ihr einfach im Copyshop einen Kopierer wählen, der eine Zoomfunktion von 200 % bietet und den Ausschnitt mit eurem Grundstück so auf dem Vorlageglas platzieren, dass das gesamte Grundstück auch auf der Kopie landet. Ausprobieren hilft hier!

Um von einem Lageplan im Maßstab 1:500 auf den für die Gartenplanung günstigen Maßstab von 1:200 zu kommen, sind zwei Kopierschritte notwendig. Zuerst ebenfalls mit 200 % kopieren. Somit habt ihr einen Plan im Maßstab 1:250 erhalten.
Um von diesem auf einen Plan mit dem Maßstab 1:200 zu kommen, müsst ihr bei der Zoomfunktion des Kopierers den Wert von 125 % eingeben. (Wen es interessiert, hier der Rechenweg: 1/250 * x = 1/200 => x = 250/200 => x = 1,25 = 125 %)

Die Kopie, die ihr nach solchen Zoomfunktionen erhaltet, ist leider nicht geeignet, um ohne Überarbeitung als Vorlage für die Planung eures Gartens zu dienen. Oft finden sich störende Elemente in der Zeichnung, wie die Markierung von Baufenstern, Abstandsflächen oder Bemaßungen.

Darum sollte euer nächster Weg euch in eine Schreibwarenhandlung führen, in der ihrTransparentpapier (Architektenpapier) als Blöcke im Format DIN A 4 oder A3 sowie teilweise als Rollenware  erhaltet, außerdem einen feinen Druckbleistift, Radiergummi, Lineal, Geodreieck und einen der neuen, wirklich völlig idiotensicheren Tuschfüller, die weder klecksen noch tropfen und keine in jahrelanger Übung krampfhaft erlernte Handhaltung mehr erfordern, um ihnen einen gleichmäßigen Strich abzufordern.

Die Kopie klebt ihr an den vier Ecken mit Klebestreifen auf einen glatten Tisch und darüber klebt ihr ebenso das passende Stück Transparentpapier. Wenn man das Transparentpapier mit der Handkante ganz fest auf die Unterlage streicht, kann man leicht alle Linien erkennen, die darunter liegen und sie ganz einfach entweder freihand oder mithilfe eines Lineals durchpausen.

Auf dieses Tranparentpapier müsst ihr zunächst die Grenzen des Grundstücks übertragen. Dann die Umrisse des Hauses, am besten mitsamt allen Fenster- und Türöffnungen, denn abgesehen davon, dass sich die Terrasse logischerweise vor der Terassentüre befinden sollte und dass der Zugangsweg zum Haus zur Eingnagtüre führen sollte, ist es auch geschickt, wenn man in der Planung des Gartens berücksichtigt, welche Blickbeziehungen sich durch die Fenster aus wichtigen Räumen wie dem Wohnzimmer, dem Esszimmer oder dem Arbeitszimmer hinaus in den Garten ergeben. Denn gewiss ist nichts erbaulicher als der Blick in den schön gestalteten Garten, wenn die Witterung es nicht zuläßt ihn draußen zu genießen. Und dieser Blick ist gleich doppelt so schön, wenn er auf ein besonderes Gartendetail fällt.
Auch den Nordpfeil dürft ihr nicht vergessen zu übertragen, ebensowenig wie fest geplante oder bereits errichtete Bauwerke wie Garage, Stellplätze, Terrassen und Zugangswege.

Im Falle eines Neubaus auf einem ehemaligen Acker- oder Wiesengrund war es das fast schon, eventuell könnt ihr noch wichtige Elemente auf den Nachbargrundstücken eintragen - vielleicht den Versatz des angrenzenden Reihen- oder Doppelhauses, die Garage oder das Gartenhaus, welches Schatten wirft, ebenso wie einen großgewachsenen Baum eures Nachbarn.

Oder aber eine besonders schöne Aussicht, die ihr euch tunlichst nicht mit großen Bäumen oder Bauwerken verstellten solltet. Oder den entgegengesetzten Fall - eine ganz besonders häßliche Rückwand eines alten Kinos oder ähnlich gewöhnungsbedürftige Bausünden, welches man im Sinne einer harmonischen Gartenplanung mit möglichst schnellwüchsigen Pflanzen verdecken sollte.

Eine Umplanung eines bestehenden Gartens erfordert aber einen weiteren, zwischengeschalteten Schritt. Dazu zieht ihr euch im Copyshop eine Handvoll 1:1 Kopien eurer bisherigen Plangrundlage. Mit der Hilfe von einem, besser zwei Helfern mit zwei Maßbändern könnt ihr, ausgehend von gegebenen Punkten wie den Haus- oder Grundstücksecken, den Standort von Bäumen, Sträuchern und Bauwerken einmessen, den Verlauf von Wegen und Flächen, Beeten und Rabatten übertragen.

Mit den ermittelten Vermaßungen in Ost-West-Richtung und Nord-Süd-Richtung, die ihr während des Messens im Garten auf den Kopien eingetragen habt, könnt ihr dann in Ruhe die exakten Standorte und Verläufe auf einem Blatt Transparentpapier einzeichnen, auf das ihr die Linien eurer Planungsgrundlage kopiert habt. (DerToner des Kopierers haftet sehr gut auf dem dicken Architektenpapier und diese Linien unterscheiden sich kaum von Tuschestrichen!)

 

Somit wäre der erste Schritt erledigt und ihr haltet eine brauchbare Planungsgrundlage in Händen.

 

ZWEITER SCHRITT: DIE WUNSCHLISTE

Nun dürft ihr erst mal durchatmen, wenn das Zeichnen für euch ganz ungewohnt und fürchterlich anstrengend war.

Denn nun wird es erst mal fast so schön wie früher, in der Adventszeit - denn nicht nur ihr selbst, sondern auch eure Lebensgefährten, eurne Kinder, Eltern, Schwestern, Brüder, Vettern und Cousinen - so sie mit euch zusammenleben - dürfen Wunschzettel schreiben.
Nicht zu vergessen die Haustiere. Da sie im Allgemeinen eine schlechte Orthografie haben, schreibt ihr einfach den Wunschzettel für sie - genau wie für die kleineren Kinder, die noch keine ABC-Schützen sind.

Auf diese Wunschzettel darf jeder erstmal alles schreiben - und wenn die Idee noch so verrückt erscheint, unerfüllbar oder etwa völlig deplatziert.

Was war denn damals auf meinem Wunschzettel gestanden... Mal überlegen...
Eine schöne, sonnige Terrasse war natürlich ganz weit oben auf der Liste gelandet. Nah am Haus - denn wer trägt schon gerne Teller, Gläser, Tassen und Becher über endlose Strecken für ein schönes Abendessen inmitten der Natur?
Dann natürlich, möglichst wenig Arbeit mit dem Garten zu haben - und ihn stattdessen viel mehr genießen zu können.
Irgendwelche abgeschiedenen, halbschattigen Sitzplätzchen spukten mir auch schon im Kopf herum - mit dem Sonnenbaden habe ich es nicht so, also wäre eine Sonnenterrasse zum ungestörten Oben-Ohne-Sonnen, wie sie eine Freundin gerne haben wollte, nicht meine Intention gewesen. Aber die Vorstellung, ein gutes Buch unter einem leise im Wind rauschenden Baum zu lesen - das hat etwas, was mich begeistert.
Rosen fand ich erstmal - ganz doof. Ja - solch eine Aussage von mir! Ich kannte damals nur die flächig angepflanzten knallfarbigen Polyantha-Sünden der späten Siebziger, frühen Achtziger Jahre.
Beim Anblick dieser strammstehenden Formationen bekam ich immer Beklemmungen... nein, also besser keine Rosen.
Und die Auswahl “Edelrosen” in dem schreiend bunt illustrierten Gartenkatalog, den mir eine wohlmeinende Nachbarin für die Gartenplanung auslieh - waren fast noch schlimmer. Lila-blassblau, quietschepink oder alarmwestenorange leuchteten sie mir entgegen und meine Schuhe bekamen Beulen von den aufgerollten Zehennägeln... nein, DIESE Sorte Rosen war ja NOCH schlimmer als die Polyantha-Soldaten!
Ein Glück, dass ich beim Studium der Gartenzeitschriften im Anzeigenteil fündig wurde. Im Prä-Internet-Zeitalter bedeutete dies Anruf um Anruf, um die gedruckten Kataloge anzufordern - wie viel schneller hat man sich heute, wenige Jahre später, einen Marktüberblick verschafft!
In einem der Kataloge erblickte ich Rosen, die genauso aussahen wie die Kletterrose in meiner Urgroßmutter Garten - das gute Stück gibt es sogar noch, es kränkelte und mickerte nach jahrzehntelanger Vernachlässigung, bevor meine Großtante den Garten übernahm. Gemeinsam tüftelten wir aus, wie wir diese Rose der Erinnerungen retten könnten - und es gelang. Sie blüht wieder wunderschön und unermüdlich.
So was gehört auch auf den Wunschzettel: Erinnerungenwecker!

Der Wunschzettel meines Mannes sah etwas anders aus:
Ein Teich, ein Schwimmteich gar, nachdem wir festgestellt hatten, dass es so etwas überhaupt gibt, musste natürlich darauf.
Und Rhododendren mag er besonders - und Hortensien, weil sie an gemeinsame Urlaube in der Bretagne erinnern.
Und klar - einen Baum zu pflanzen für jedes unserer Kinder.

Was zum Kinder-Wunschzettel überführt:

Ein Rasen zum bolzen, zelten, spielen.
Ein Sandkasten zum matschen, buddeln, bauen.
Ein Baumhaus, eine Ritterburg, eine echte Drachenhöhle.
Eine Schaukel, eine Rutsche, einen Unterstand fürs Dreirädchen oder Fahrrad - halt, ertappt. Das Kind wünscht sich das Dreirad oder Fahrrad - wir Eltern wünschen uns einen ebenerdigen Schuppen, damit wir nicht tagtäglich die Spiel- und Fahrgeräte unserer Nachkommen treppauf-treppab schleppen müssen.

Zur Illustration der Wunschzettel ist es am einfachsten, wenn man sich die entsprechenden Bilder aus Büchern und Zeitschriften einscannt und mit einprägsamen Dateinamen versehen in einem extra Ordner ablegt. Auch im Internet wird man dank der Bildersuche von google fündig und schließlich kann man auch mit dem Foto “bewaffnet” eine Safari durch Wohngebiete machen, die Besitzer von Gärten, die einem inspirierend erscheinen ansprechen und sich mit ihrer Einwilligung eine Aufnahme als Gedankenstütze machen.
Dank der Bilder ist es dann auch möglich, die Wirkung der einzelnen Gestaltungselemente aufeinander vorwegzunehmen und somit unliebsame Überraschungen zu vermeiden, die eventuell auftreten könnten, wenn ein hypothetischer “Er” dank seines Faibles für Strand, Weite und Meer eine hochkomplizierte Anleitung eines Selbermacher-Magazins anfordert und in unzähligen Arbeitsstunden einen nahezu mannshohen, funktionsfähigen Leuchtturm fertigt, während die ebenso hypothetische “Sie” ihre Erfahrungen aus Meditationskursen und Feng-Shui-Seminaren bei einem Töpfer-Wochenende in einen knapp schäferhundgroßen lächelnden Buddha  münden lässt.

Bei einem ausreichend großen Gartengrundstück lässt sich sicherlich auch für solch konträre Gestaltungsansätze ein gangbarer und optisch vertretbarer Kompromiss in Form von unterschiedlichen, deutlich voneinander Gartenräumen finden - doch angesichts der schrumfenden Parzellen in Neubaugebieten muss der Gartenstil meist gut überlegt sein.

Manchmal herrscht auch einfach nur - Ratlosigkeit vor. Da hilft es dann, wenn man sich mit Freunden und Bekannten zum Brainstorming zusammensetzt. Bekannte von uns kauften ein sehr individuelles Holzhaus mit einem leider sehr verwilderten Garten - vom Haus waren sie völlig begeistert - doch was aus der, es umgebenden, Cotoneaster-Wüste machen?
Ich habe sie einfach mal erzählen lassen, und mir Stichworte aufgeschrieben. Mit Garten hatten sie gar nicht so viel am Hut - kein Wunder, sie waren wie auch wir wenige Jahre zuvor absolute Garten-Neulinge. Darum kam das lockere Gespräch bald auf andere Themen. Reisen, z.B. Die beiden sind sehr unternehmungslustig und verreisen sehr gerne und oft und bei der Beschreibung von Aufenthalten in Tirol bekamen beide einen wehmütig-verklärten Blick, so dass mir klar wurde - DAS ist das Thema, das für den Garten fehlte.

Und wirklich, entlang dieses Schlagwortes hangelten sie sich bei der Gartenplanung durch die Beratung und mitunter wohl verwirrenden Ideen des GaLaBauers, der die Ausführung übernehmen sollte.

Im Gegensatz zu den anderen von diesem GaLaBauer gestalteten Gärten, die alle sehr prägend seine Handschrift tragen, ist der Garten meiner Bekannten dank dieses Themas nun ein sehr individueller und wunderbar zu den Charakteren der beiden passender Wohlfühlbereich geworden.

 

DRITTER SCHRITT:
U
MSETZUNG DER WUNSCHLISTEN IN RÄUMLICHE PLÄNE

Zunächst müssen die Wunschlisten aller Familienangehörigen zusammengeführt, die einzelnen Punkte gewichtet und auch ihre Realisierbarkeit hin überprüft werden. Der eine oder andere Wunsch wird sich wahrscheinlich nie erfüllen lassen, doch manchmal ist es möglich, dass sich später noch Möglichkeiten ergeben, Wünsche zu erfüllen, die zunächst aus Platz-, Finanz- oder anderen Gründen nicht realisierbar erschienen. Aus diesem Grund ist es gut, die ursprünglichen Wunschlisten irgendwo aufzubewahren - selbst wenn es nur als Erinnerung ist.
Sind die Wunschlisten in eine Präferenzliste der Familie gemündet, gilt es, diese räumlich-gestalterisch umzusetzen.
Um ein Raster für die ersten vorsichtigen Planungsansätze zu bekommen, empfiehlt es sich, auf einer Kopie des Grundlagenplans die Fluchten des Wohnhauses, der Garage und/oder Carport und/oder Gartenhaus in den Garten hinaus zu verlängern.
Auch Versätze, Vor- und Rücksprünge in der Fassade des Hauses bieten sich an, um die Grundlinien für ein solches Raster zu bilden.
Bei einer Gartenplanung im Bestand bieten sich natürlich auch markante Bäume, Sträucher oder Strauchgruppen und ähnliches an, um, im Rechten Winkel zu Gebäuden gefluchtet, Rasterlinien zu bilden.
Ausgehend von den ersten Rasterlinien können weitere, senkrecht dazu und parallel zu den Gebäudekanten gezogen werden.
Das spielerische Ausprobieren mehrerer Alternativen bietet sich an, um ein Gefühl für die Dimensionen des Gartens zu erhalten.

Ausgehend von zwei oder drei alternativen Rasterplänen können dann in einem ersten Schritt große und kleine Kreise auf festem Zeichenkarton gezeichnet und ausgeschnitten werden, die die verschiedenen Punkte der Wunschliste darstellen und einfach nur mit dem Stichwort beschriftet werden.

Die Größe der Kreise sollte sich der Einfachkeit halber an dem ungefähr benötigten Raumbedarf für das Gestaltungselement orientieren, und ausgerichtet an den Rasterlinien, die man zuvor erarbeitet hat, kann man man dann die Kreise hin- und herschieben, bis man für jeden das passende Plätzchen gefunden hat.

Die verschiedenen Zwischenschritte, Alternativen dokumentiert man am besten mit einer Digitalkamera, wobei die Fotos als Gedankenstütze für das weitere Vorgehen dienen.

Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass, so unlogisch es klingen mag, Kleinteiligkeit einen kleinen Garten größer erscheinen lässt. Denn ein kleiner Garten, den man mit einem Blick übersehen kann, wirkt leider immer geradezu winzig.

Sachaffen dagegen Bäume, Hecken, Zäune, Rosenbögen oder ähnliche Sichtbarrieren verschiedene Räume, dann wächt der Gartenraum plötzlich wie von Zauberhand. Ein Beispiel hierfür bietet mein Schattengarten, bei dem ich die Wirkung ohne und mit Zaun dokumentiert habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anhand dieser beiden Bilder kann man sehr gut erkennen, welche Wirkung die räumliche Unterteilung eines Gartenbereichs entfaltet. Während im linken Bild der Blick des Betrachters geradzu durch den offenen Gartenbereich hindurch “schießt” und erst weit im Hintergrund, an der Schaukel gebremst wird, bildet das dekorative Gartenzäunchen im rechten Bild eine optische Barriere, an der der Blick hängen bleibt und, langsamer geworden, beginnt, Einzelheiten aufzunehmen, welche dem Auge im linken Bild völlig entgangen sind. Auch die unvorteilhafte Schlauchform dieses Gartenbereichs wird so deutlich abgemildert.

Im Zuge der groben Grundplanung darf man auch nicht geeignete Standorte für die notwendigen, meist leider nicht allzu formschönen Kleinigkeiten wie Mülleimer, Komposter, Regenfässer vergessen. Falls ein Gartenhaus geplant ist, so sollte man es wenn es irgend geht, möglichst ein bis zwei Nummern größer kaufen als zunächst für nötig erachtet wird. Erfahrungsgemäß sammeln sich erheblich mehr Gartengeräte, Düngerpackungen, Maschinen und ähnliches an, als man zunächst glauben mag.

Wenn dann klar geworden ist, welche Gestaltungselemente an welchen Plätze hin kommen, kann man sich an die zeichnerische Ausarbeitung machen.

Dazu wird abermals ein Bogen Transparentpapier über den Grundplan geklebt. Dann werden mithilfe der Kreisschablone unterschiedlich große Kreise für die Baumkronen der ausgewählten Bäume und Sträucher eingezeichnet. Den Durchmesser der ausgewachsenen Pflanzen findet man in gut gestalteten Gartenkatalogen bzw. in Fachbüchern.
Wege und Rabatten werden aufgenommen, indem man die Begrenzungslinien schematisch einzeichnet. In gleicher Weise wird mit baulichen Einrichtungen wie Terassen, Treppenanlagen, Gartenhaus, Garage, Carport und ähnlichem verfahren, genauso wie mit Gestaltungselementen wie einem Teich, Bänken, Sitzplätzen und Spielgeräten für die Kinder wie Spielhaus, Sandkasten und Schaukel.

Es hilft, dabei mehrere Varianten anzufertigen, wenn man sich nicht sicher ist, wie man alles unterbringen soll. Alle Varianten, alle Versuche aufheben, am besten in einem Ordner abheften und ruhen lassen. Ein paar Wochen oder Monate später, wenn man den Ordner wieder hervorholt, kann es sein, dass man wie von selbst auf eine spielerisch einfache Lösung kommt, die vorher einfach blockiert war.

Wenn der erste Realisierungsschritt naht, fasst man die verschiedenen Varianten zu einem endgültigen Plan zusammen, der die Grundlage für die Anlage des Gartens bildet.

Auch dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass im Garten nichts endgültig ist. Man muss ihm und sich selbst Zeit geben, um sich zu entwickeln.

Der Bau unseres Hauses ist nunmehr neun Jahre her und nun nähert sich der Garten langsam seiner Vollendung. Vielleicht - die Arbeit an dieser Anleitung hat mir wieder in Erinnerung gerufen, wie sehr mein Mann seit jeher für Teiche schwärmte - vielleicht weichen die Miniteiche an der Terrasse doch noch einem richtigen Teich. Erfahrung im Löchergraben sollte ich mittlerweile genug haben .

Sind alle gestalterischen Fragen geklärt und ist der Plan soweit fertig gestellt, kann man sich an die Ausarbeitung eines farbig angelegten Schmuckplans machen - sei es, für eine eigene Homepage oder sei es, um etwas “fertiges” in Händen zu halten, so lange der frisch angelegte Garten noch öde und dürr ist.

Dazu zieht man sich vom Masterplan einige Kopien auf normales Papier. Um sie mit Buntstiften einzufärben, beginnt man mit zarten, hellen Tönen, die man behutsam, mit leichtem Druck mehr auf das Papier wischt, als dass man den Plan “ausmalen” würde.

Lieber mehrfach mit dem gleichen Stift über die zu hell erscheinende Stelle gehen, als zu fest aufzudrücken. Sicherlich werden einige der Kopien zerknüllt und zerrissen im Papierkorb landen - es ist eben noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.

Um naturgetreue Schattenwürfe zu erhalten, kann man den Bereich rechts oberhalb des schattenwerfenden Objekts mit einem graubraunen Stift vorsichtig schattieren. Dies nennt man Schlagschatten. Auch die Kronen der Bäume zeigen schattige und helle Bereiche. Der schattige Teil wird dabei als Körperschatten bezeichnet und er ist immer ein bisschen dunkler als der Schlagschatten.

Damit der Plan nicht zu quietschebunt wird, am besten keine fertig konfektionierten Buntstiftpackungen kaufen - diese eigenen sich eher für Schulkinder denn für Künstler. Statt dessen lieber einzelne Buntstifte kaufen in je drei bis vier verschiedenen Grün-, Braun- und Grautönen und dazu jeweils ein schönes Gelb, Rot, Blau, Rosa, Lila und Violett - entsprechend der favorisierten Blütenfarben.

Als Inspiration für die Farbgebung kann man sich einen handwerklich gefertigten Gartenplan wie den meinen ausdrucken. In manchen Gartenzeitschriften werden auch exemplarisch von Profis gezeichnete Gartenpläne veröffentlich, die einen guten Anhaltspunkt bieten, worauf man bei den unzähligen Versuchen achten sollte.

 

ZUM ABSCHLUSS:
N
OCH EIN PAAR PRAKTISCHE TIPPS ZUR GARTENANLAGE

Sehr weitsichtig war in meinen Augen meine Entscheidung, zunächst alle Begrenzungen von Rabatten und Wegen nur mit einfachsten Beet-Rollis aus Holz auszuführen. Ich konnte so in Ruhe testen, ob die auf dem Plan so passend erscheinende Linienführung auch in der Realität praktikabel ist. Je nach Untergrund und Witterung halten solche Beet-Rollis für ungefähr fünf bis acht Jahre, danach kann man sie einfach durch neue ersetzen oder eine dauerhafte Gestaltung in Form einbetonierter Pflastersteine oder Palisaden vornehmen.

Der wichtigste Tipp für die Neuanlage eines Gartens ist jedoch, frühzeitig alle Verwandten und Bekannten darum zu bitten, ihr Zeitungspapier zu sammeln und zu bündeln. Nach dem Fräsen der gesamten Gartenfläche, was bei einem Neubau immer notwendig ist, um die Verdichtungen durch die Baumaschinen zu beseitigen, sollten dann alle Flächen, die nicht sofort mit Rasen eingesät, bepflanzt oder bebaut werden, mit einander überlappenden lagen Zeitungspapier in mindestens vier Zentimeter Stärke bedeckt und abschließend mit einer gut doppelt so starken Schicht Rindenmulch abgedeckt werden.

Dann sieht der Garten nicht nur ordentlich und gepflegt aus, sondern man erspart sich auch etliche Stunden Unkrautjätens.

Die mit Zeitungen und Rindenmulch abgedeckten Beete und Rabatten anzulegen, gestaltet sich dann sehr einfach: Man schiebt nur den Rindenmulch beiseite, schneidet die im Laufe der Zeit ineinander verbackenen Zeitungsschichten mit einem scharfen Messer kreuzweise ein und schlägt die Ecken nach oben. In die freigelegte Erde kann man einfach ein passendes Pflanzloch graben, den Aushub mit einem stickstoffbetonten Dünger wie Hornspänen anreichern und die gewünschten Sträucher, Rosen, Stauden, Kräuter oder Zwiebeln einpflanzen. Wenn die Pflanze gut angedrückt und gewässert ist, einfach die Zeitung so weit wie möglich eben zurücklegen und alles wieder mit Rindenmulch bedecken.

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