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Um einen Schmetterling lieben zu können,
müssen wir auch ein paar Raupen mögen.

Antoine de Saint-Exupéry

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Der Landhausgarten und der Buchsbaumzünsler

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Der Landhausgarten und der Buchsbaumzünsler
Neudorff Raupenfrei
Bacillus thuringiensis?
Neem-Vital?
Mit Wasserstrahl abspritzen
Infektion aus der Umgebung – nicht aus zugekauften Pflanzen
Neue Zeitrechnung
Regelmäßige Kontrolle von März bis September
Erstes Fazit
Der Garten als Teil der Umwelt
Das Ergebnis der ersten Bacillus thuringiensis-Spritzung
Raupe Nimmersatt
Wirkung des Bacillus thuringiensis
Keine Auswirkungen des Internet-„Voodoo“
Man schätzt nur das, um das man sich bemüht
Es muss resistente Buchs-Sorten geben
Neues Jahr: März 2011
Neem-Vital-Dünge-Intervalle
Gewissensbisse
Update Anfang April 2011
Update Ende Mai 2011
Sieg über den Buchsbaumzünsler dank Neem-Vital?
Regelmäßige Düngeintervalle sind notwendig
Keine Wirkung ohne Risiko 

Der Landhausgarten und der Buchsbaumzünsler

Im August 2010 kamen wir aus dem dreiwöchigen Sommerurlaub zurück und ich machte meine Gartenrunde, freute mich über die super schönen Rosenblüten und wie sich der Rasen erholt hat und im Kreuzgarten traf mich dann der Schlag:

Die Buchsbäume sahen aus wie gerupft – der viel gefürchtete Buchsbaumzünsler hatte uns erwischt!!

War er also auch schon im Raum HD gelandet...

Zum Glück waren zunächst alle anderen Buchse noch voll O.K.

Ich fragte mich:

Was kann ich auf biologische Weise gegen diese Mistviecher tun?

Ich erinnerte mich, dass es in einem Gartenforum einige Zeit zuvor den Bericht einer Userin von den guten Erfolgen mit biologischen Mitteln einer Gemeinde die ganz viele Buchse in ihren öffentlichen Anlagen hat, gegeben hat.

Leider habe ich das Thema nicht mehr gefunden...

Aber als Sofortmaßnahme habe ich beschlossen, die befallene Buchshecken mit hartem Wasserstrahl aus dem Schlauch abspritzen und mit meinen Kindern die Raupen abzusammeln.

Ich war wirklich geschockt – nur drei Wochen zuvor sahen die Buchse noch SO super aus!!

Es war echt gemein!

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Neudorff Raupenfrei

Dann wurde mir ein Produkt von Neudorff „Raupenfrei“ empfohlen.

Leider habe ich es hier nicht erhalten.

Dafür habe ich gleich beim ersten Durchgang mehr als ein Dutzend Raupen des Buchsbaumzünslers gefunden sowie drei Puppen...

(Es ist echt komisch, die Raupen konnte ich mit bloßen Händen anfassen und in Zewa zerquetschen aber die Puppen konnte ich einfach nicht mit der Hand anfassen ohne was dazwischen. Die Vorstellung dass da so eine unglaubliche Verwandlung darin vor sich geht fand ich so eklig...

Naja, aber mit Zewa ging es und sie sind auch vernichtet - obwohl meine Söhne meinten, "Mensch Mama, das ganze Jahr jammerst du schon, dass es so wenige Schmetterlinge gibt und nun bringst du die Raupen und Puppen um... Logik ist was anderes... *lol* " Ja, ja, Kindermund...

Ich habe ja extra Brennesseln in den Rosenrabatten versteckt als Raupennahrung, habe auch keine Probleme mit ein paar Raupen an den Rosen und an den Bäumen sowieso nicht - aber nach maximal drei Wochen Buchsbaumzünslerfraß sind meine Buchse nur noch 1/3 dessen was sie vor dem Urlaub waren!!! *heul*)

Geradezu höhnisch wurde in einem Gartenforum in dem ich um Rat gefragt hatte, darum gebeten, von meinem Versuch zu berichten. Das Präperat von Neudorff sei von Fachleuten schließlich für wirklungslos beim Buchsbaumzünsler erklärt worden und es werde auch nicht für die Bekämpfung beworben.

Die Insekten seien gegen die meisten herkömmlichen Spritzmittel immun – nur zwei Substanzen würden aktuell noch wirken.

Man sei schon sehr gespannt, ob ich die Buchse nicht kompostieren oder zu nicht biologischen „chemischen Waffen“ greifen würde.

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Bacillus thuringiensis?

Immerhin wurde mir von anderer Seite der Hinweis gegeben, dass in der Schweiz (aber nur dort) ein speziell auf den Buchsbaumzünsler ausgerichtetes Bacillus thuringiensis Produkt vertrieben würde – wie ich später herausbekam, leider nur dort und nicht in der EU zugelassen...

Ich legte mir nun folgenden Plan zurecht :

Zuerst würde ich das Bacillus thuringiensis Produkt anwenden und als nächsten Schritt Celaflor Neem Vital um die Pflanzen gegen die Raupen abzuhärten.

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Neem-Vital?

Da ich bei meinen Rosen sehr gute Erfahrungen mit Neem-Vital von Schach gemacht habe würde ich die Buchse dann auch noch damit sowie mit Oscorna Animalin düngen - sie trieben nämlich unterhalb der Frassstellen sehr willig neu aus und würden dafür sicher Kraftnahrung benötigen.

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Mit Wasserstrahl abspritzen

Den Tipp die Buchse mit dem harten Wasserstrahl abzuspritzen den ich in google gefunden hatte war schon mal sehr gut.

Man befreit die Büsche damit von abgestorbenen und angefressenen Blättern und vor allem vom Gespinst der Raupen so dass man sie dann sehr gut absammeln kann wenn sie nicht schon vom Wasserdruck auf den Boden gespült wurden.

Die Puppen befinden sich übrigens in Blätternestern die zusammengeklebt sind und sind schwieriger zu finden als die Raupen.

Alles in allem schien der Befall bei mir zunächst doch nicht so schwer zu sein wie ich anfangs völlig geschockt vermutet hatte:

Ein schwerer Befall ist erst gegeben wenn Nester mit mehr als 10 mehr als 3 cm langen Raupen vorhanden sind.

Insgesamt hatte ich zunächst in der ganzen Buchshecke ja nur gut ein Dutzend Raupen gefunden und nur eine davon war annähernd drei Zentimeter lang - von ganzen "Nestern" von Raupen war überhaupt nichts zu sehen.

Ich nahm mir vor auf jeden Fall diese biologischen Maßnahmen durchführen und keinesfalls zu chemischen Insektiziden zu greifen.

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Infektion aus der Umgebung - nicht aus zugekauften Pflanzen

Da der Buchsbaumzünsler aus heiterem Himmel in meinen Garten kam, ich ihn also nicht beim Kauf von Buchsen eingeschleppt hatte sondern er sich anscheinend schon in der Umgebung etabliert haben musste (was ich nach der Ferienzeit auch von den Nachbarn bestätigt bekam...) hätte auch eine einmalige chemische Bekämpfung nichts genützt weil dann ja immer wieder neue Falter eingeflogen wären und Eier ablegen hätten.

Ich wollte statt dessen auf die Kombination von Bacillus thuringiensis und Neem setzen.

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Neue Zeitrechnung

Nun ja, sagte ich mir, jetzt hat halt eine neue Zeitrechnung im Landhausgarten begonnen.

Wir schreiben nun das Jahr 1 nach Ankunft des Buchsbaumzünslers...

In Schweizer Publikationen habe ich gelesen dass insbesondere Rotkehlchen sich wohl schon an den Raupen versucht haben...

Meine Hoffnung war von Beginn an:

Vielleicht wächst uns doch noch eine natürliche Bekämpfung heran.

Erneut erntete ich im Gartenforum Häme für meine Ankündigungen.

Man sei schon gespannt darauf, wie viele Stunden ich mit den von mir angedachten Bekämpfungsmethoden verbringen würde. Man habe in der Nachbarschaft auch einige Enthusiasten wie mich gehabt- die hätten inzwischen alle keine Buchse mehr, denn niemand habe genügen Zeit, um jede Woche stundenlang alle Buchse mechanisch zu behandeln.

Neem wirke zudem nur in Hochdosis und bringe dann auch alles andere auch um.

Immerhin lieferten die Spötter mir noch unwillentlich den entscheidenden Hinweis:

Das Raupenfutter zu vergiften, sei anscheinend wesentlich zielführender.

Nach meinen Recherchen gibt es die Buchsbaumzünsler in der Schweiz schon am längsten und die haben somit die größte Erfahrung damit.

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Regelmäßige Kontrolle von März bis September

In einem schweizerischen Pressetext fand ich auch den Tipp, durch eine regelmässige Kontrolle der Buchsbäume ab Mitte März bis Ende September könne der Befall frühzeitig erkannt und regelmässig behandelt werden, bevor grosser Schaden an den Pflanzen entstehe. Bei geringem Befall reiche es aus, die einzelnen Raupen von Hand abzulesen und zu entsorgen.

Bei der Beschaffung von geeigneten biologischen Bekämpfungsmitteln bekam ich dann vom Experten für Pflanzenschutzmittel in der örtlichen ZG folgende Auskunft:

Alle Mittel gegen den Buchsbaumzünsler helfen NUR wenn man JEDES einzelne Blatt von der Ober- UND Unterseite benetzt und kein einziges übersieht.

Die effektivste Methode der Bekämpfung sei daher das Absammeln der Raupen.

Egal, welchen Wirkstoff man einsetze, um das manuelle Absammeln komme man nicht herum und es werde auch für die chemischen Insektizide empfohlen.

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Erstes Fazit

Mein Fazit nach der ersten Sprühbehandlung mit Bacillus thuringiensis (ich hatte übrigens KEIN „Raupenfrei“-Produkt bekommen und statt dessen ein Bacillus thuringiensis Produkt gegen Stechmückenlarven in Wasserfässern verwendet):

Es ging schneller und effektiver die Buchshecke mit dem harten Wasserstrahl abzuspritzen.

Bis man die Sprühlanze immer und immer wieder aus verschiedensten Winkeln, in verschiedenste Tiefen der dichten Buchshecken einführt und ja alles rundum benetzt vergeht gut doppelt so viel Zeit wie beim Abspritzen mit Wasser.

So viel zum Zeitaufwand (der ja genauso auch beim Spritzen mit einem chemischen Insektizid anfallen würde).

Ich hatte beim Sprühen noch mal drei Raupen und eine Puppe gefunden und die Puppe konnte ich mittlerweile auch schon anfassen.

Ich ersäufte das Zeug übrigens in einer halbvollen Gießkanne die im Kreuzgarten hübsch dekorativ herumsteht.

Schön morbid.

Ich nannte die Gießkanne bei mir "Mörderloch" *lol*

Neemschrot wurde zeitgleich bestellt (wieso sind solche Sachen immer ausgerechnet dann ausgegangen wenn man sie braucht?) und ich war gespannt wie es sich dann auswirken würde.

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Der Garten als Teil der Umwelt

Denn was hilft es denn, selbst wenn man mit chemischen Insektiziden seinen Garten komplett Zünslerfrei bekäme (was nach Auskunft des Experten oben praktisch unmöglich ist) - denn man agiert mit dem Garten ja nicht in einer abgeschlossenen Biosphäre, quasi unter Glashausbedingungen, sondern ist Teil eines großen Ganzen und wenn die Buchsbaum-Zünsler schon einmal über die Gartengrenze von was-weiß-ich-woher eingewandert sind, was hält sie davon ab das wieder und wieder zu tun so lange mein Buchs in meinem Garten sie lockt??

Darufhin widmete ich mich asiatischer Kochkunst zum Abendessen als Ausgleich, damit ich wenigstens irgendwas aus Asien noch in positiver Wahrnehmung behalte wenn schon nicht Buchsbaumzünsler und chinesische Marienkäfer...

Es gab Bami Goreng à la Jonas *lecker jammi*

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Das Ergebnis der ersten Bacillus thuringiensis-Spritzung

Tonnere de Brest...

Nachdem ich in Vertrauen auf die Niederschlagsvorhersage für unseren Ort die Buchshecke gespritzt hatte, weil angegeben war dass für die nächsten 18 Stunden nicht mit Regen zu rechnen sei, goss es am nächsten Morgen natürlich wie aus Kübeln.

Ich war nur froh dass der einzige Schaden, der entstanden war, das Abwaschen des Bacillus thuringiensis-Spritzmittels von den Buchsen war. Im/auf dem Boden richtet Bacillus thuringiensis ja keinen Schaden an.

Nur blöde dass ich die Spritzung also wiederholen musste...

Nachdem ich das erste Mal in meinem Leben mit einer Sprühlanze zugange war, wusste ich mir auch nicht zu erklären die Spritzung mit einem chemischen Wirkstoff unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen in einer dichten Buchshecke funktionieren soll.

Denn um auch die Blätter im Inneren der dichten Hecke zu erreichen hatte ich immer mit der einen - Gummibehandschuhten - Hand die Äste der Buchsbüsche auseinandergehalten damit ich auch wirklich vollflächig spritzen konnte.

Denn wie sonst könnte man alle Blätter sicher erreichen?

Ich saß wie auf glühenden Kohlen und hoffte auf die Lieferung des Neem-Vital. Denn durch das Aufbringen auf den Boden, vermischt mit Pflanzenerde würde der Neem-Wirkstoff von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und bis in die Blätter transportiert.

Auf dass den Vielfraßen der Appetit vergehen möge...

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Raupe Nimmersatt

A propos Vielfraße...

Die Raupen des Buchsbaum-Zünslers haben eine frappierende Ähnlichkeit mit der kleinen Raupe Nimmersatt...

Ob Eric Carles Buchsbäume schon von ihnen zum Fressen gern gehabt wurden??

Unterdessen wurde ich immer geübter im Absammeln.

Mittlerweile brauchte ich nur mehr 20 min um die 25 lfm Buchsbaumhecke im Kreuzgarten zu "entlausen".

Ich habe eine sehr effektive Methode entwickelt um die Raupen und vor allem die Puppen aufzuspüren.

Vor allem die letzteren sind sehr effektiv in Blattbüscheln versteckt.

Da die Raupen aber mehrere Zweige zu ihrem "Nest" zusammenkleben kann man sie leicht aufspüren wenn man die Zweige der Büsche einzeln voneinander löst.

Sobald ein Widerstand spürbar ist findet man schnell das Puppennest.

Als sehr gut hatte sich der Hinweis mit dem Abspritzen der komplett befallenen Hecke mit hartem Wasserstrahl erwiesen. Dadurch dass das ganze alte Gespinst der Raupen weggespült wurde fand ich neue Raupen bzw. deren verräterische Gespinstspur in der Folgezeit unheimlich schnell.

Bei den ersten Durchgängen habe ca. 30 bis 40 (hab irgendwann aufgehört zu zählen) Puppen und ca. ein Dutzend große Raupen gefunden.

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Wirkung des Bacillus thuringiensis

Sehr interessant war dass ich auch kleine Raupen gefunden habe, allerdings waren diese nicht grün wie die großen sondern bräunlich, schrumpelig und gar nicht vital.

Anscheinend hatte die Bacillus thuringiensis-Spritzung schon gewirkt!

Auf den Wirkhinweisen zu den Bt-Produkten aus der Schweiz stand ja auch dass sie besser bei kleinen Raupen wirken als bei großen.

Dass das Bacillus thuringiensis so gut wirkt hätte ich nicht gedacht, vor allem da ich nicht das Raupenfrei von Neudorff hier am Ort erhalten habe sondern mir auf Anraten des Fachberaters mit einem Bacillus thuringiensis-Produkt von Neudorff gegen Stechmücken in Wasserfässern beholfen habe.

Außerdem hatte ich vergessen der Spritzbrühe einen Tropfen Spüli zuzufügen um eine bessere Haftung zu erreichen.

Die ersten positiven Berichte wurden im Gartenforum natürlich wieder mit Häme kommentiert. Bei ihnen seien erneut einige Buchshecken im Umfeld gerodet worden denn anscheinend seien den meisten Buchsbesitzern alle Maßnahmen zu aufwändig oder teuer.

Völlig unbeeindruckt von der Internet-Häme sah meine Buchshecke im Kreuzgarten inzwischen wieder richtig SUPER aus!

Obwohl ich den drei Wochen zuvor kaum Zeit erübrigen konnte mich um den Garten zu kümmern (nicht mal das Neem-Vital hatte ich wie geplant ausbringen können, da das Wetter mit Landregen einen Strich durch die Rechnung machte..) weil ich gerade am Renovieren war, schien sich der nachhaltige Einsatz mittels Absammeln und Bacillus-thuringiensis-Spritzungen in der ersten nach-Urlaubs-Woche doch wirklich gelohnt zu haben!

In insgesamt fünf Sammelaktionen à 45 (anfangs) bis 20 Minuten hatte ich wohl die große Mehrzahl der großen Raupen und Puppen absammeln können.

Die kleinen Raupen wurden dagegen wie es scheint sehr effektiv durch die improvisierte Bacillus thuringiensis-Spritzung erwischt, denn an kleinen Raupen (< 10 mm) habe ich nur bräunlich-verschrumpelte gefunden, direkt in den ersten Tagen nach der Spritzung.

Es war sehr wertvoll die Buchshecke als erste Aktion mit dem harten Wasserstrahl vom Gespinst zu befreien, so erkannte ich in der Folgezeit neue Fressecken sehr leicht am neuen Gespinst!

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Keine Auswirkungen von Internet-”Voodoo”

Glücklicherweise schien sich mein Garten und meine Buchse weit genug von den Quellen solch negativer Energien zu befinden, so dass selbst der unterdessen im Internet dreifach ausgesprochene „Fluch“ verpuffte und die durch Fraß entstandenen Lücken kaum mehr zu erkennen waren!

Von Rodung war also weit und breit keine Spur!

Und dass es zu aufwändig sei und teuer...

Naja, wem insgesamt zweieinhalb Stunden Arbeitseinsatz in vier Wochen zu aufwändig sind für die Gartenpflege und 7,45 € für das Bacillus thuringiensis-Präperat sowie 20 Euro für eine Gartenspritze zu teuer sind (sorry, die Kosten für das Gießwasser kann ich nicht beziffern da ich es versäumte, vorher und nachher auf die Wasseruhr zu sehen) - der sollte sich vielleicht lieber Fototapeten mit Gartenansichten vor die Fenster hängen???

Wir hatten einige Zeit zuvor schon mal eine sehr interessante Diskussion um die Kosten des Gartens (oder jedes beliebigen Hobbys) im Internet gehabt und da stellte sich überraschenderweise heraus, dass nicht die besonders glücklich mit ihrem Garten waren, die besonders kostenbewusst jede Ausgabe auf Heller und Pfennig genau belegen konnten, sondern eher diejenigen, die offen dazu standen dass sie für neue Pflanzen, schöne Gartenmöbel, Pavillons, Teiche oder Terrassengestaltung gerne auch mal tiefer in die Tasche greifen oder gar über längere Zeit hinweg ansparen, um sich etwas schönes zu gönnen.

Ähnlich ging es mir in diesem Moment.

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Man schätzt nur das, um was man sich bemüht

Meine Buchshecke war mir in den Jahren zuvor eigentlich immer ziemlich egal gewesen, so lange sie problemlos wuchs und schön unauffällig die Funktion einnahm, die ich ihr zugewiesen hatte - dem gewollt überbordenden Wildwuchs im Kreuzgarten einen ordnenden Rahmen zu verpassen.

Erst mit der intensiven (jedoch äußerst überschaubaren, wenn man die nackte Stundenzahl betrachtet) Beschäftigung mit den Buchsen auf der Jagd nach dem Buchsbaumzünsler ist mir dann meine Hecke erst richtig ans Herz gewachsen!

Und so willig, wie sie in jenen späten Septembertagen austrieb, schien sie mir meine positiven Gefühle ihr gegenüber durchaus zu danken!

Im Forum bekam ich angesichts meiner Erfahrungsberichte jedoch zu lesen, wenn eine Pflanze solch große Schwierigkeiten habe, sei es nicht wert, um sie zu kämpfen sondern man solle sie ausgraben und ersetzen. 

"So große Schwierigkeiten" bereitete der Zünsler dem Buchs jedoch augenscheinlich nicht, bzw. hielten und halten sich die von mir durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen durchaus in einem vertretbaren finanziellen und zeitlichen Rahmen!

Ich schmeiße ja auch keine liebgewonnene Rosensorte raus, nur weil sie ein bisschen Sternrußtau hat.

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Es muss resistente Buch-Sorten geben

Es gibt über 80 Sorten asiatische Buchse und ich konnte keinen Hinweis darauf finden, dass es in Asien nun keinen einzigen Buchsbaum mehr gäbe weil der Zünsler sie alle aufgefressen hätte.

Wäre ja auch extrem kontraproduktiv vom Zünsler, sich seiner Lebensgrundlage zu berauben!

Ich denke, hier in Europa werden wir den Zünsler nicht mehr loswerden aber irgendwann wird sich eine Art "natürliches Gleichgewicht" einpendeln.

Denn würden hier alle Buchse vom Zünsler "vernascht" würde sich das Problem ja geradezu schlagartig lösen, denn der Zünsler würde mangels Nahrung, mangels vorhandenen Buchsen kurzerhand - aussterben.

Die Häme-Fraktion konterte erneut und zeigte sich gespannt, wie es im nächsten Jahr bei mir aussehen würde. Im ersten Befallsjahr seien die Falter noch so selten und der Befallsdruck so gering dass die meisten Gartenbesitzer den Befall gar nicht bemerken würden.

Im 2. Befallsjahr habe sich dort die Buchsbaumpopulation auf 30% reduziert (und die noch lebenden Bestände sähen teilweise jämmerlich aus).

Es würde vor allem interessieren, ob die von mir genannten Methoden auch bei starkem Befallsdruck auch etwas brächten, in der ach so sehr gebeutelten Schweiz seien ganze Landstriche inzwischen buchsfrei.

Nun, wenn in der Schweiz ganze Landstriche buchsfrei wären, sollten sie ergo auch Buchsbaum-Zünsler-frei sein, denn wie bereits oben beschrieben, ohne Lebensgrundlage = Buchsbäume bleibt dem Gesellen nichts, als auszusterben... 

Ich habe drei verschiedene Buchssorten im Garten, die auf den Buchsbaumzünsler unterschiedlich reagieren:

Einerseits gekaufte Buchsbäume mit vielen kleinen, spitz zulaufenden Blättern deren Austrieb heller Mittelgrün ist und die Blätter helleres Dunkelgrün,

andererseits gekaufte Buchsbäume mit ebenfalls vielen kleinen, spitz zulaufenden Blättern, allerdings bläulich-grünem Austrieb sowie

drittens habe ich aus Stecklingen von den Uraltbuchsen meiner Oma gezogene Pflanzen mit deutlich größeren, weniger Blättern die rundlich sind und der Austrieb gelb-hellgrün gestreift während die ausgewachsenen Blätter ein tiefes glänzendes Dunkelgrün haben.

(leider weiß ich die Sortennamen allesamt nicht...)

Jedenfalls sind die ersteren recht unbeeindruckt von der Zünsler-Attacke (die sich angesichts der Witterung wohl schon vom Acker gemacht haben...) und die zweiteren werden überhaupt gar nicht befallen während die anderen ziemlich traurig als halbnackte Gerippe in der Gegend umherstehen.

Da ich die aus Stecklingen gezogenen Buchse, die in der Buchhecke durch ihre Blattfarbe und -form sowieso nur störend herausblinken, schon seit dem Frühjahr am zurückstutzen war, damit die rechts und links stehenden kleinblättrigen die Lücken schließen und ich sie auf lange Sicht durch Stecklinge von den kleinblättrigen ersetzen wollte, beschleunigt der Zünsler nur dieses Vorhaben.

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Neues Jahr: März 2011

Damit verabschiedete ich mich in den Winter.

Dann war der Winter vorüber und ab Anfang März solle man ja beginnen, nach den Zünslern wieder Ausschau zu halten.

Das habe ich getan, und dabei festgestellt, dass die Hecken im Kreuzgärtchen sowie die Buchs-Kugeln und -Kegel, welche ich mit der improvisierten Bacillus thuringiensis-Spritzung sowie mit Neem-Vital-Düngung behandelt hatte, super dastanden, gerade so als wäre der Buchsbaumzünsler-Befall im letzten Sommer nur ein Alptraum gewesen, während die Hecke im Küchengarten, welche ich nur mit Wasserstrahl abgespritzt und Raupen und Puppen abgesammelt hatte, aber ansonsten nicht behandelt, ziemlich "zerfleddert" aussah.

Also der Blick aus den Erkerfenstern war richtig erfreulich, die regelrechten "Löcher" die in die Hecke gefressen waren, waren weg und überall trieb es schön gleichmäßig aus.

Ich habe erneut mit Neem-Vital gedüngt (so ca. 1/2 Esslöffel pro Pflanze).

Für alle meine Buchse im Garten (2 Kegel, 2 große und 1 kleine Kugel und ca. 25 m Buchshecke) brauchte ich ca. 1 1/2 Stück der 2-l-Flaschen Neem-Vital.

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Neem-Vital Dünge-Intervalle

Ich überlegte, wie oft ich wohl Düngen muss um die Wirkung aufrecht zu erhalten.

März - Mai - Juli?

Ich werde das mal so ausprobieren.

Habe übrigens eine günstigere Bezugsquelle als die mir bisher bekannte für Neem-Vital aufgetan http://www.pflanzotheke.de/shop/exec/product/844/14646/Neem-Vital.html;jsessionid=B41A67F427E2FA415DAE01DAA8B7AC10

Ich muss mal so eine 2-l-Flasche auf die Waage stellen um herauszufinden, wie viel in Gramm da enthalten ist.

So wie das angegeben ist, kann man ja nicht vergleichen was günstiger ist, die 2-l-Flaschen oder der 25-kg-Sack.

Ich hoffe, mein Erfahrungsbericht kann weiterhelfen.

Mich freut es jedenfalls sehr, dass die Buchsbäume so toll auf die Behandlung angesprochen haben.

Im Internet wurde ich darauf hingewiesen, Neem sei empfindlich gegenüber hohen Temperaturen bei der Lagerung und gekühlte Lagerung sei zu empfehlen.

Aber so schlimm kann es mit dem Wirkungsverlust durch Wärme nicht sein. Ich hatte im September ja zunächst die Reste des Neem-Vital verbraucht, die ich zuletzt zwei Jahre zuvor für die Rosen bestellt hatte.

In Ermangelung anderer Lagerflächen stehen die Dosen bei mir immer im Schuppen und im Gartenschrank, sind also allen Temperaturen schutzlos ausgesetzt, aber die Buchse haben sich dennoch so super erholt!

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Gewissensbisse

Mir hat das Absammeln und Killen zeitweise echte Probleme beschert...

...wenn du mit dem Kinderbuch von der kleinen Raupe Nimmersatt aufgewachsen bist, und dann killst du lauter mini-kleine Look-a-likes deines imaginären Kindheitsfreundes...

Naja, fressen und gefressen werden... oder ersäuft... Meine Buchse waren mir dann doch lieber als sentimentale Kindheitserinnerungen.

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Update Anfang April 2011

Habe beim Telefonieren mit meiner Freundin ein verdächtiges Gespinst entdeckt.

Bei genauerer Betrachtung fand ich an drei Buchspflanzen rechts im Beet ca. 10 Mini-Buchsbaumzünsler-Raupen, die ich abgesammelt habe.

Habe sofort mein Spritzgerät mit dem Bacillus thuringiensis Produkt klar gemacht und alle Buchse gründlich eingenetzt.

Dabei habe ich links im Beet noch einen weiteren befallenen Buchs (dort 3 Mini-mini-Räupchen) gefunden.

Die Lage der befallenen Buchse lässt mich vermuten (so in der Ecke, wo man schlecht hinkommt) dass ich dort wohl nicht ebensoviel Neem-Vital hingegeben hatte wie bei den übrigen Buchsen der Hecke.

Ich wartete auf eine Regenpause um erneut mit Neem-Vital zu düngen (und die kritischen Stellen dabei besonders gut zu versehen).

Von der Nachbarin habe ich dagegen wahre Horrormeldungen gehört, und der schöne "TCN"-Schriftzug aus Buchs an der Tennishalle sitzt rundum auch schon voller dicker, 2-3 cm langer Zünsler...

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Update Ende Mai 2011

Seit Mitte April habe ich zweimal wöchentlich die Buchse kontrolliert und "gelaust" - ein Aufwand von jeweils ca. 25 Minuten für 25 lfm Hecke im Kreuzgarten, zwei Buchskugeln, zwei Buchskegel und ca. 10 lfm Buchshecke im Küchengarten.

Zunächst habe ich bei jedem Durchgang an den ca. 25 m Buchshecke im Kreuzgarten an die 30 Zünslerraupen gefunden.

Daraufhin habe ich Ende April erneut mit Neem gedüngt.

In der Folge habe ich dann zunächst etwa ein Dutzend, ab Anfang Mai dann nur noch etwa 3 Raupen pro halbwöchentlichen Durchgang gefunden.

Den befallenen Buchsen habe ich dann jeweils noch mal einen halben Esslöffel Neem-Vital angedeihen lassen.

Und jetzt kommt der Hammer:

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Sieg über den Buchsbaumzünsler dank Neem-Vital?

Von Mitte bis Ende Mai war nun kein einziger Zünsler mehr zu finden!

Ich hätte mich ja schon wie Bolle gefreut, wenn sich das dauerhaft auf das Niveau von 3 Raupen pro Durchgang reduziert hätte, aber dass ich jetzt schon dreimal "zünslerfrei" hatte - finde ich total überraschend!

Ich hoffe, dass die von mir entwickelte Strategie für jeden Hobbygärtner mit Ökogewissen und Buchsen im Garten mutmachend ist!

Denn anscheinend ist doch ein Kraut gegen den Buchsbaumzünsler gewachsen - Neem!

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Regelmäßige Düngeintervalle sind notwendig!

Für ein gleichbleibendes Ergebnis ist es notwendig, wirklich regelmäßig alle drei bis vier Wochen, beginnend ab März bis September, die Buchse mit dem Neem-Vital zu düngen.

Angesichts der guten Erfolge bis Mai 2011 war ich übermütig geworden und habe auf weitere Dünger-Gaben verzichtet. Unmittelbar vor unserem dreiwöchigen Sommerurlaub Ende Juli erblickte ich jedoch wieder einzelne Gespinste und Raupen in meiner Buchshecke. In einer Hauruck-Aktion in den verbliebenen zwei Tagen bis Urlaubsantritt las ich so viele Raupen wie möglich ab, spritze die Hecke mit Bacillus thuringiensis und gab erneut ca. 1 Esslöffel Neem-Schrot pro Pflanze an den den Wurzelstock.

Nach dem Urlaub dann große Erleichterung, es fanden sich erneut nur ganz wenige Zünsler und die Düngung für September wurde nun, Ende August vorgezogen.

Wunderbarer Erfolg!... aber...

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Keine Wirkung ohne Risiko!

Angesichts dessen, dass nichts, was Wirkung zeigt, nicht auch in der Lage wäre, - unerwünschte - Nebenwirkungen zu produzieren, habe ich mir für das kommende Jahr vorgenommen, testweise jeden Monat am ersten Wochenende des Monats, beginnend ab März und endend im September, jeweils eine Neem-Düngergabe zu verteilen, also weniger häufig als der zunächst von mir angestrebte Dreiwochenrhythmus, aber auch nicht so lange hinausgezögert, wie mir das von Mai bis Ende Juli unterlief.

Berichte über schädliche Wirkungen von Neem in Tierversuchen sind mir durchaus bewusst, allerdings wurden bei diesen Versuchen Neemblätter direkt an die Tiere verfüttert. Dass Neem bei der oralen Aufnahme nicht gerade gesundheitsförderlich ist, wird angesichts dessen, dass alleine schon die Buchsblätter, die den Neemwirkstoff nach der Düngung über Wurzeln und Saftfluss aufgenommen haben, für die Raupen unattraktiv werden, jedem Anwender sofort bewusst.

Möglichen Gesundheitsschäden der Anwender und (auch vierbeinigen) Gartennutzer beugt man am besten vor, indem man beim Ausbringen Einmalhandschuhe trägt und den Dünger mit einer Lage Rindenmulch oder Blumenerde abdeckt, damit er keine unerwünschten Wirkungen hervorrufen kann.

Von einer Anwendung im Nutzgartenbereich bitte ich aus diesen Gründen auch abzusehen!

Keinerlei Schäden ruft der Neem jedoch bei den in unglaublicher Zahl auftretenden gelben Gehäuseschnecken hervor, die seit dem Beginn der Neem-Düngung sich in der Buchshecke wie die sprichwörtlichen Karnickel vermehren.

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Kringellinks

Kringelrechts

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