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Der naturnahe Garten Naturnah = wenig Aufwand oder naturnah = Angst vor Chemie? Naturnah = kompatibel mit dem Gartenboden Gärtnern mit den natürlichen Gegebenheiten anstatt dagegen Der naturnahe Rasen Der (Hand)Rasenmäher Die Bewässerung Ist pflegeleicht langweilig? Ich WILL aber der Garten will nicht Ist naturnah langweilig? Der Nachbar mit der Giftspritze Permakultur Informationen über naturnahes Gärtnern Nutzgarten Wie sieht ein naturnaher Garten aus und wo passt er hin? Der Garten zwischen den Klimaextremen Wenn die Blattlaus verschwände... Das eigenständige Denken Ein Geben und ein Nehmen Weniger ist mehr! Der Arbeitsaufwand im naturnahen Garten
Der naturnahe Garten
Der Landhausgarten ist ein naturnaher Garten.
Dies bedeutet, dass wir bei seiner Gestaltung uns von den gegebenen Boden- und Klimaverhältnissen leiten ließen auch wenn dies Kompromisse in der Gestaltung hinnehmen mussten, die sich jedoch im Nachhinein als echte Glücksgriffe erwiesen haben, sowie der konsequente Verzicht auf Mineraldünger und chemische Spritzmittel.
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Naturnah = wenig Aufwand oder naturnah = Angst vor Chemie?
Ist naturnah gleichbedeutend mit wenig Aufwand oder ist es geprägt von Ängsten vor der Chemie?
Ich kann nur für uns persönlich die Aussage treffen, dass für uns die Triebfeder, sich einen naturnahen Garten anzulegen sicherlich in den Ängsten lag, die man praktisch schon mit der Muttermilch aufnimmt, wenn man in Sichtweite eines der ältesten AKW in Deutschland aufwächst, das zum Glück mittlerweile abgeschaltet ist, zum Unglück aber mangels Endlager inzwischen zum Zwischenlager umgebaut wird.
Ich habe selbst als Jugendliche an Exkursionen der örtlichen VHS und des BUND in den Laubwald teilgenommen, der in Hauptwindrichtung des AKW liegt.
Damals waren die Schreckensmeldungen aus Tchernobyl an der Tagesordnung, aber auch die Auswüchse der verstrahlten Natur rund um Sellafield in der Presse.
Wir haben dort ebensolche Mutationen entdeckt, und ebenso auch im Wohngebiet meiner Freundin am Hang gegenüber des AKW, wo es an der Tagesordnung ist, dass zwei Rosenblüten aus einer Knopse wachsen, ebenso wie aus Zucchiniblüten zwei herauswachsen...
So etwas sensibilisiert.
So etwas sensibilisiert so stark, dass man zum Ausgleich die Natur nicht weiter bezwingen möchte.
Aber gleichzeitig ist ein naturnaher Garten aber auch gleichbedeutend mit wenig Aufwand!
(Ein Glücksgriff für den intelligenten Faulen...)
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Naturnah = kompatibel mit dem Gartenboden
Und, ja, wir konnten keinen solchen Garten anlegen, wie er uns beim Bau des Hauses vorschwebt hatte, einfach weil der nicht mit unserem Gartenboden kompatibel war.
Uns hatte ein Trockenrasen vorgeschwebt, wie er hier an den Steilhängen auf magerstem Kalksteinschotter wächst, voller schöner, seltener Blütenpflanzen in wunderschönen dezenten Farben, mit wunderschönen angepassten Gehölzen wie Schlehe, Weißdorn, Hundsrose dazu als Begleitgrün.
Tja, da haben wir Pech gehabt, denn der Boden hier besteht leider aus einer ca. 50 cm starken Lösslehmschicht auf dicht gepacktem Kalksteinschotter. Als wir gebaut hatten, war der Lehm komplett humusfrei und es wuchs nichts außer Quecke, Ackerkratzdistel, Ackerschachtelhalm und Krauser Ampfer – alles Zeigerpflanzen für fetten, lehmigen, verdichteten Boden.
Wir hatten auch ein großes Problem mit der Wasserhaltigkeit des Bodens. Wenn es regnet, saugt der Lehm sich zwar auf, ist aber bald gesättigt und das Wasser läuft dann entweder oberflächlich oder in den wasserführenden Schotterschichten im Untergrund den Hang hinab.
Ist es dagegen längere Zeit trocken neigt der Boden dazu tiefgründig auszutrocknen und zu reißen.
Nur eine Humusschicht sowie Mulche und dichte Bepflanzung kann die Kapillarwirkung des Bodens unterbinden und die Verdunstung begrenzen.
Unsere - aus finanziellen Gründen getätigte - Entscheidung, ohne Keller zu bauen, hat sich angesichts der nicht trocken zu bekommenden Keller der Nachbarn als eine weise Notlösung erwiesen.
Ich hatte das Glück, ein paar Bücher in die Finger zu bekommen, in denen beschrieben stand, wie wichtig es ist, die Pflanzungen an die Boden- und Klimaverhältnisse anzupassen, garniert auch noch mit der Auflistung der sogenannten Leitpflanzen, den "Unkräutern" die einem zeigen, was für einen Gartenboden man denn hat.
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Gärtnern mit den natürlichen Gegebenheiten anstatt dagegen
Ich wollte ursprünglich überhaupt keine Rosen höchstens eine Hundsrose vielleicht. Nein, vor allem wollte ich keine hochgezüchteten Rosen, denn diese waren für mich gleichbedeutend mit den Floribunda- Skeletten der 70er-Jahre Schießbahnen.
Gruselig! So was doch nicht in meinen Garten!
Und dann kaufst du unversehens ein Grundstück und baust darauf und kommst wie die Jungfrau zum Kinde zu einem Gartenboden, der nach Rosen förmlich schreit...
Was bleibt dir da anderes, als nachzugeben?
Wie es ausging, kann ja jeder sehen...
Das schwarze Gold: Humus
In was wir insbesondere in den Anfangsjahren wirklich viel Aufwand rein gesteckt haben, war die Verbesserung des Bodens durch Humusaufbau. In der Anfangszeit des Gartens haben wir kofferraum- und anhängerweise Rindenmulchsäcke aus dem Baumarkt angeschleppt, haben säckeweise Hornspäne (mittlerweile bin ich auf Oscorna Animalin umgestiegen) unter den Mulch gestreut und nach 12 Jahren haben wir nun in den Rabatten eine deutliche Humusschicht von gut 10 cm Stärke.
Mittlerweile ist das zu einer regelrechten “Kreislaufwirtschaft” mutiert.
Wir haben uns nach fünf, sechs Jahren, als der Garten begann, endlich auszusehen wie einer und nicht mehr wie ein nackiges Stück Erde, einen Schredder gekauft und seither wird alles was ich obenrum schneide, sei es Baum-, Strauch- oder Staudenschnitt (bis auf die Rosen) dem Schredder zugeführt und landet als Mulch wieder auf den Beeten.
Das Schnittgut direkt zu mulchen, wuchernde Stauden die zu zähmen sind auch gleich nebendran zu legen, genauso wie aufgelaufene Vogelfuttersämereien, das ist eine rechte "Kreislaufwirtschaft".
Und da sich meine Herren Kater nun dazu entschlossen haben, zu Freiluftpinklern zu mutieren (wozu habe ich gemäß der Katzenhalterregel eigentlich 4+1 Katzenklos im Hause herumstehen??...) bin ich jetzt mal gespannt, wie sich dieser Stickstoffeintrag auswirkt.
Da sie nur vom Besten ernährt werden, wird wohl auch ihre Hinterlassenschaft unbedenklich sein...
Und so wächst die Humusschicht, und wächst, und wächst, und wächst....
Herrlich!
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Der naturnahe Rasen
Die - angesichts von Kindern - obligatorische Rasenfläche haben wir leider vernachlässigt, da bin ich in den letzten Jahren am Nacharbeiten und streue im Frühling und Herbst den Rasen mit Pflanzerde (natürlich wenn möglich torffrei, bin ja unverbesserlicher Idealist, aber ich habe auch schon ganz normale Pflanzerde verwendet) ab und habe nach zwei Jahren nun schon eine erheblich bessere Wasserhaltigkeit auch im Rasen, so wie wir das in den Rabatten schon erreicht haben.
Ja, die Kinder und wie sie den Rasen strapazieren, das Thema haben wir auch, wobei allerdings unsere vierbeinigen "Kinder" den Rasen, vor allem im Winter am meisten malträtieren, als wahre Nordmänner ließen sie sich ja weder von Minusgraden noch Schneemassen abhalten...
Ich hatte den Rasen auch immer als praktischen Mulchmaterial-Lieferanten missbraucht, und das hat er mir gar nicht gedankt. Trotz zweimal jährlich organischer Düngung drohte das Unkraut überhand zu nehmen und der tonnenweise aufgestreute Sand brachte auch keine Verbesserung, vor allem nicht im mangelnden Wasserhaushalt, worunter unser Rasen auch extrem leidet.
2009 haben wir eine Nachsaat gemacht und dabei den Boden nicht nur gedüngt, sondern auch flächig torffreie Erde aufgestreut, wie ich das eingangs beschrieben habe. Weil das Ergebnis so klasse war, habe ich das dieses Frühjahr wiederholt und mir wurde auch geraten, dies im Herbst dann nochmal zu machen.
Da wir auch im Frühjahr 2010 eine Teilfläche neu einsäen mussten (40 cm Schneelast drohte den Pavillon zum Einsturz zu bringen, wir haben also das Dach geräumt, irgendwo mussten die Massen ja hin, und hast du nicht gesehen, waren wieder 30 cm Schnee auf dem Dach - tja, und unter diesem Mini-Gletscher im Garten ist der Rasen dann leider kaputt gegangen...) und die Neueinsaat just mit den drei Wochen relativer Trockenheit zusammenfiel, konnte ich gut beobachten, wie mit einmal wässern am Morgen die Fläche bis in die Abendstunden schön feucht blieb.
Vor der Behandlung mit der Pflanzerde habe ich bei Neueinsaaten den Rasensprenger immer mindestens fünfmal täglich anstellen müssen, und trotzdem lief die Saat dann wegen ungleichmäßiger Feuchtigkeit nicht richtig auf...
Aber mit der zusätzlichen Humusschicht sah das ganz anders aus:
Das bringt wirklich sehr viel!
Aber woran es genau liegt?
Ich denke es liegt daran, dass Humus, und nichts anderes ist die Pflanzerde, überall und für alle Pflanzen gut ist (naja, außer vielleicht für Kakteen) und einerseits die Nährstoffe puffert ebenso wie die Feuchtigkeit und andererseits auch in Verbindung mit dem Mulchmähen so ein winziges Ökokraftwerk des Nährstoffkreislaufs in Gang setzt auf dem Rasen, wie es bei mir in den Rabatten so schön brummt.
Ich weiß nicht, wie es funktioniert. Ich bin einfach nur froh, dass es so gut funktioniert. Der Rasen ist seither einfach herrlich. Naja, die Nagelprobe der trockenheißen Sommer hatten wir nun noch nicht gehabt, geb ich ehrlich zu. Aber allein das satte Grün jetzt... *seufz* Jetzt weiß ich, warum die Engländer ihren Rasen lieben.
Wie ich sehe, habe ich trotz mangelnder fachlicher Kompetenz in Sachen Garten - ringsum nur Garten/Biologie-Laien genau wie ich - doch aus dem Bauch heraus den richtigen Dreh gefunden, meinem Rasen Englisch zu lehren.
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Der (Hand)Rasenmäher
Ganz ehrlich: Früher habe ich über Englischen Rasen gelästert. Weil er bei mir, wegen der permamenten "Abmagerung" mittels Fangkorbmähen, immer bestenfalls aussah wie ein Kreisklasse-2-Fußballacker...
Und dabei hat er auch noch so verhältnismäßig viel Arbeit gemacht! Es war zum Aus-der-Haut-fahren, und manchmal habe ich ihn regelrecht gehasst.
Aber jetzt ist er echt: und sogar das Rasenmähen macht Spaß, ich bin meiner Freundin sooo dankbar, dass sie mir den Kauf des Handmähers ans Herz gelegt hat. Immerhin die zweibeinigen Kinder kann ich jedoch zur Rasenpflege einsetzen und seit der (blaubeengelte, weil lärmarme) Elektromäher nur mehr nach dem Urlaub zum Grobschnitt in Einsatz kommt, prügeln sich meine Jungs darum, wer den Handmäher über den Rasen schieben darf.
Die zwei beständig wachsenden Gänseblümchen-Inseln werden fein säuberlich dabei ausgespart ansonsten ist's vielleicht ein wenig Berg-und-Talbahn, aber man soll Kinder ja darin bestärken, auch was im Garten zu tun...
Und irgendwie geht es mit dem Handmäher auch viel schneller als mit dem Elektro. Für den Elektromäher musste man ja immer dreimal laufen: Einmal für den Mäher selbst, ein zweites Mal für den Fangkorb und ein drittes Mal für das Kabel. Und dann musste man das Kabel einstecken, den Fangkorb montieren und dann ständig auch noch auf das Kabel aufpassen. Zwischendurch immer wieder den Fangkorb leeren (gut, den Mulch habe ich natürlich SEHR gerne auf meinen Rabatten verteilt) und am Ende dann drei Sachen sauber machen und drei Sachen wegtragen und drei Sachen aufräumen.
Mit dem Handrasenmäher ist man wirklich in einem Drittel der Zeit fertig, nicht mal eingerechnet, dass die Diskussionen mit dem Nachwuchs entfallen, weil die sich vorher immer nur ums Mähen drücken wollten und jetzt am liebsten alle zwei Tage "ran" wollen.
Das tolle ist, obwohl so ein Englischer Rasen ja laut Lehrbuch eigentlich eine total sterile Fläche ist, wenn man den üblichen Leitsätzen für naturnahes Gärtnern folgt, ist er doch fast genauso ein Wimmelfeld wie alle anderen Gartenbereiche.
Angefangen mit den Amseln, die lustig Regenwürmer aus dem Boden ziehen, über Erdbienen, die ihre Legeröhren anlegen (Klasse zu beobachten für die Jungs, die dann auch echt mal eine halbe Stunde bäuchlings auf dem Rasen still liegen bleiben und zuschauen), aber auch Schnooken, die werden zum Glück von unseren Katern gefressen, sobald sie aus der Erde kriechen und Ameisen, denen ich mit der Gießkanne oder mit Backpulver ihre Anwesenheit vergraule.
Gerade wegen meiner erwähnten Tendenz zur Bienenstichallergie käme eine Blumenwiese, so sie denn vom Boden her überhaupt möglich wäre, für unseren Garten nie in Frage, denn wir sind ja keine Ökoterroristen, bei denen alles nur dem einen einzigen Zweck dienen darf, sondern wägen ganz genau ab, wieviel Natur darf sein und wieviel Raum nehmen wir als Nutzer uns.
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Die Bewässerung
Trotzdem würde der Garten in den Sommermonaten der Jahre 2002 bis 2007 eine dürre Ödnis geworden sein, wenn wir nicht eine automatische Bewässerung installiert hätten.
2009 und 2010 brauchten wir sie nicht - aber schon das Frühjahr 2011 hat unsere 6000 l Zisternen an das Ende ihrer Kapazitäten gebracht. Und wer weiß, wie der nächste, übernächste Sommer wird?
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Ist pflegeleicht langweilig?
Langweilig wurde mir mein Garten trotz aller Pflegeleichtigkeit aber nicht.
Im Gegenteil, es ist eine Wohltat, wenn trotz Klee- und Löwenzahnplantagen in den Nachbargärten bei uns dank ausgewogener Düngung und Bodenverbesserung nur mehr alle sechs bis acht Wochen ein Unkräutchen auf dem Rasen auszustechen ist...
Dank der dicken Humusschicht lässt sich das selten aufkommende Unkraut - meist Sämereien aus dem Vogelfutter und von den Vögeln eingetragene Samen von Liguster, Hartriegel und die unausweichlichen Ahornsämlinge der Straßenbäume - von Hand im Vorübergehen ausrupfen weil Humus einfach viel weicher, nachgiebiger ist als der darunterliegende Lehmboden.
Trotz angepasster Pflanzenauswahl stellt man fest, dass einige Arten besser, andere schlechter gedeihen, es ist aber auch eine Befriedigung, wenn man etwaige Lücken mit gezielten Pflanzenkäufen schließt und jedes Jahr eine neue Staude ausprobiert.
2010 habe ich den Gartenbestand mit einer Großlieferung von Gaissmeyer aufgestockt, es lohnt sich wirklich eine Bio-Staudengärtnerei zu wählen, denn die Qualität ist nicht zu vergleichen mit dem was man im konventionellen Gartenbau erhält. Ich hatte mir zu den drei Sorten Fette Henne, die in meinem Garten hervorragend gedeihen, noch einige dazu bestellt, ebenso Elfenblumen für ein Schattenbeet auf der Nordseite.
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Ich WILL, aber der Garten will nicht...
Manche Dinge kann man einfach nicht herzwingen.
Obwohl wir extra Inkarho-Veredelungen gekauft und großräumige Pflanztaschen mit Rhodo-Erde im fetten Lehm versenkt hatten, sind bis auf zwei Exemplare (die auch nicht wirklich glücklich aussehen) unsere Rhododendren-Versuche allesamt nichts geworden.
Es war ein verzweifelter Versuch, ob es nicht doch gegen die Natur ginge, weil mein Mann Rhododendren halt so sehr mag - und die Quittung kam postwendend...
Adieu, du Traum von einem lauschigen Rhododendron-Dickicht im Halbschatten...
Genauso die Hortensien - der Frost des Winters 2009/10 mit -29° Rekordtemperatur hat ihren mäkeligen dürren Stumpen den Rest gegeben, zum Glück sollte ich sagen, denn wahrscheinlich werden auch an dieser Stelle - wieder Rosen einziehen.
(Ich kann nichts dafür. Rosen wachsen hier halt wie Unkraut...)
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Ist naturnah langweilig?
Wie langweilig??
Es gibt doch so viele Rosen!!
(Und bei wem Edelrosen nicht wachsen: Es gibt so viele Sorten Wildrosen und so viele Sorten Rhododendren und so viele Sorten Hortensien...
Wenn man es nur will, findet man eine unglaubliche Vielfalt an geeigneten Gartenpflanzen!)
Und von den 10 Stauden, von denen ich bisher festgestellt habe, dass sie hier gut wachsen, gibt es auch von jeder mindestens drei bis 20 unterschiedliche Sorten.
Wie soll es da langweilig werden?
Und da ich immer noch der Meinung bin, die globale Klimaerwärmung wird uns regional in Europa ein Absinken der Temperaturen aufgrund der Unterbrechung des Golfstroms bringen, werde ich meine Rosenauswahl weiter in Richtung Frosthärte betreiben.
Das ist alles andere als langweilig!
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Der Nachbar mit der Giftspritze
Nur wenn ich mir so anschaue, was einige von den lieben Nachbarn in ihren Gärten so treiben, da wäre es mir wirklich lieb und recht wenn der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln nur noch nach Vorlage eines Fachkundenachweises, wie ihn der Bauer hat, möglich wäre.
Für den Bauern ist sein Land sein Kapital.
Dass er mit ihm sorgsam umgehen muss, haben mittlerweile selbst die mit den dicksten Kartoffeln gemerkt.
Und dass sie sich nicht nur in ihren Kulturen von den Bodenverhältnissen, sondern angesichts des Klimawandels auch von angepassteren Kulturen, intelligenten Bewässerungsmaßnahmen usw. werden leiten lassen müssen, ist in unserer ländlich geprägten Region nahezu täglich Thema der Tagespresse...
Während gleichzeitig der interessierte Laie seinen Garten in ein (weniger) lustiges Experimentierfeld von frei verkäuflichen “Chemiewaffen” aus dem Garten- und Baumarkt zu verwandeln scheint…
Wenn der großzügig ausgebrachte Spritznebel doch wenigstens an den Gartengrenzen halt machen würde...
Was er aber nicht tut, genausowenig wie die stinkenden Rußschwaden altersschwacher Motormäher, die einerseits völlig überdimensioniert für die Fliegenschisse an Rasenflächen sind, wie wir sie im Wohngebiet haben, und andererseits vorzugsweise dann in Einsatz gebracht werden wenn sämtliche umliegenden Nachbarn gerade am Feierabend-Grillen auf der Terrasse sind (sowie garantiert NACH 20 Uhr, bis wann der Einsatz solcher grundsätzlich völlig unnötiger Monstermaschinen gesetzlich noch erlaubt ist…)
Und zur Krönung des ganzen ist mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen, dass die ganze Spritzerei nichts bringt: Auf gespritzten Äckern tummeln sich mehr Blattläuse als auf unbehandelten Flächen, während diese aufgrund der höheren Artenvielfalt auf ökologisch bewirtschafteten Feldern nochmals deutlich weniger sind!
(Quelle1, Quelle2, Quelle3(auf englisch) )
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Permakultur
Wen es interessiert, sich weiter schlau zu machen: Zu Permakultur habe ich auf arte mal einen Bericht über einen Bergbauern gesehen der auf phantastischen Höhenlagen nicht nur Obstbäume kultivierte sondern auch noch tollste Ernten einfuhr und die Biologen und Fachleute standen daneben und faselten davon, dass dies nicht möglich sei... nicht auf diesen Höhenmetern und nicht bei diesem kargen Boden und vor allem niemals ohne chemische Spritzmittel...
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Informationen über naturnahes Gärtnern
Die Informationen über naturnahes Gärtnern ist nichts, was von Mainstream Foren und Gartenzeitschriften verbreitet wird.
Denn damit, dass die Leute in Heerscharen unangepasste Kulturen auf ungeeigneten Böden und unter widrigen klimatischen Verhältnissen anpflanzen - damit lässt sich ein Heidengeld an Düngemitteln und Spritzmitteln und immer neuen Pflanzen verdienen...
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Nutzgarten
Da mir das Gärtnern für intelligente Faule liegt, verzichten wir auf einen Nutzgarten fast völlig, abgesehen von den obligatorischen "Stammbäumen" unserer drei Kinder, etwas Beerenobst und Kräuter.
Der winzige Nutzgartenteil, den wir anfangs ausprobiert hatten, war für mich immer mehr Last als Gewinn, denn wohin mit den Zucchinimonstern, wenn man mal den Kopf woanders hatte beim Ernten und welche unter den Blättern vergaß, das war noch eines der kleineren Probleme, und ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass wir das Nutzbeet dem sinnvollen Zweck eines Trampolin-Standplatzes zuführen konnten, neben der Schaukel gibt es nämlich keinen schöneren Platz für meinen Jüngsten, der sich dort herrlich austoben kann.
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Wie sieht ein naturnaher Garten aus und wo passt er hin?
Über ideale Wohngegenden zu philosophieren, ist ein Luxusproblem, das ich mir nicht leisten kann (und will).
Meiner Meinung nach sieht ein naturnaher, an die regionalen Gegebenheiten angepasster Garten, der im übrigen aufgrund der Vielfalt der Pflanzenauswahl das gerade Gegenteil einer Monokultur ist und ganz unterschiedlich im Stil gestaltet werden kann, um jegliche Architektur herum passend und ansehnlich aus.
Ein Hausgarten, der an die natürlichen Grundlagen angepasst ist, hat einen ganz eigenen Charme, er passt einfach dort hin, wo er gestaltet wurde und angesichts der großen Wüchsigkeit der Pflanzen, die angepasst ausgewählt wurden, verwundert es dann nicht, wenn der Garten schon nach wenigen Jahren so eingewachsen und "fertig" ist, dass die Leute sagen:
Es sieht aus, als wäre es schon immer da gewesen.
Das ist so ziemlich das größte Kompliment, was wir je für den Garten gekriegt haben.
Ansonsten kann - stilistisch - von mir aus bauen, wer was wie will, wäre nur zu wünschen, dass endlich das, was energetisch möglich ist, auch umgesetzt würde.
Als wir vor 13 Jahren bauten, waren wir Exoten mit unserem Passivhaus und fühlten uns als Trendsetter - die Etablierung als Dauerzustand war von uns so nicht gewünscht...
Aber die Leute jammern oft lieber, als etwas zu tun.
Leider bereitet es uns gar keine Befriedigung, uns im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung gegen Heizkostentreiberei egal ob aus Gewinnmaximierungsbestrebungen, regionaler Klimaabkühlung wegen Golfstrominstabilität oder global dimming wegen des Eyafjällajokull (und demnächst Katla??) gewappnet zu sein.
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Der Garten zwischen den Klimaextremen
Irre ist wirklich, wie die Extreme zunehmen. Nachts noch Frost, tagelang bibbern und Landregen, dann kommt die Sonne für drei Stunden raus und das Thermometer schrammt an der 25°-Grad-Marke vorbei.
Und dies selbst hier, am Rande des rauen Odenwaldes...
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Wenn die Blattlaus verschwände...
Was mich auch schon seit Jahren beschäftigt:
Was wäre wenn...
...es keine Blattläuse mehr gäbe?
...es keine gefräßigen Raupen mehr gäbe?
Eine Horrorvorstellung.
Also zumindest für mich.
Das sind ja die Grundlagen von Nahrungsketten, die wir nicht mal ansatzweise überblicken können!
Dass der niedliche Marienkäfer, meinetwegen auch noch die elegante Florfliege Blattläuse vertilgt, wissen ja die meisten Hobbygärtner.
Dass Meisen sich an dicken Blattlauspopulationen laben, wird jedoch trotz gegenteiliger Beobachtung ins Reich der Märchen und Mythen verwiesen, egal, es lebe die Welt voller ungläubiger Thomasse...
Dass Wespen hingegen große Mengen an Blattläusen wegfressen, wer hätte das gedacht??
Diese lästigen, ach so bösen Wespen...
Die übrigens ihrerseits wiederum als Hauptnahrungsquelle für Hornissen dienen, aber um Himmels Willen, doch bitte kein Hornissennest im eigenen Garten, da könnte das Kind am Ende gar noch Rücksichtnahme auf die Natur lernen und hysterisches Rumgekreische abgewöhnt bekommen.
Dass die Hornissen wiederum ganz harmlos sind und nur bedrohlich laut brummen, ansonsten aber, so man sich ruhig verhält, auch nur in Ruhe gelassen werden wollen, ist ja auch wieder ein Kapitel aus der Rubrik "Märchen und Mythen"...
Ich selbst entwickele nach vier Bienenstichen in zwei Jahren langsam, aber sicher eine echte Allergie, das letzte Mal schwoll mein Fuß binnen Minuten bis hoch übers Knie an, soll ich jetzt sämtliche Blütenpflanzen aus meinem Garten verbannen??
Eine Überreaktion wäre dies.
Wichtiger ist, herauszufinden, in welchen Situationen ich gestochen wurde. Nämlich immer dann wenn ich, barfuß, in Badschlappen oder zehenoffenen Sandalen, über einen mit Klee durchsetzten "Rasen" gelaufen bin.
Ergebnis ist: Ich gehe nicht mehr ins Freibad, weil dort auf den kleeverseuchten Rasenflächen weder Badschlappen noch Sandalen nektartrunkene Bienen davon abhielten, meine nackten Zehen für Blüten zu halten und im eigenen Garten habe ich dank konzertierter Aktion aus Düngung (siehe oben) und Geduldsspiel meinen Rasen komplett Klee-frei bekommen.
Und dies obwohl sämtliche (konventionell bewirtschafteten) Rasenflächen der Nachbarschaft reine Klee- oder gar Löwenzahnplantagen sind. Sameneinflug inclusive.
Da lohnt sich doch die Investition in den Sichtschutz gleich doppelt, auch, weil man das öde Einerlei der Thujen-Liguster-"Rasen"-Schießbahnen nicht mehr ertragen muss...
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Das eigenständige Denken
Ein wenig mehr kritisches und eigenständiges Denken wäre im Garten wie im übrigen Leben wirklich angebracht.
Habe schon seit Jahren in Verwandtschaft und Bekanntschaft den Ruf weg, eine leicht überspannte, überbesorgte Mutterkuh zu sein, weil ich z.B. bei Süßigkeiten darauf geachtet habe, dass sie ohne künstliche Farbstoffe hergestellt wurden.
Meine armen bedauernswerten Kinder hatten doch wirklich noch NIE einen grasgrünen Frosch- Geburtstagskuchen, genausowenig wie pinkquietschende Prinzessin-Lillifee-Muffins und durften, nie, nie, nie "viele bunte Smarties" naschen.
Süßzeug gab es dennoch genug, immerhin werden z.B. hundsordinäre Gummibärchen schon seit Jahren mit natürlichen Färbemitteln angeboten, mit Himbeersaft kriegt man Zuckerguss perfekt prinzessinnenpink gefärbt und statt grasgrünen Fröschen (oder Fußballfeldern... ist ja mal wieder so weit...) kann man kleine Jungs auch mit Gespensterkuchen und essbaren Ritterburgen ganz ohne künstliche Farbstoffe glücklich machen.
Und was las ich vor kurzem: Die EU verpflichtet die Hersteller zu Warnhinweisen auf der Verpackung bei der Verwendung von Lebensmittelfarbstoffen im Produkt.
Irgendwie ins Auge gesprungen sind mir die Hinweise bisher noch nicht, obwohl die Verordnung schon seit 20.01.2010 gilt. Denn die Hinweise werden wahrscheinlich ebenso kleingedruckt und kaum zu entziffern sein, wie die bisherigen E-Nummern...
Zum Glück bin ich ja naturblond, da darf ich das ja, mich hinstellen und fragen:
Wieso muss das Kleingedruckte eigentlich so klein gedruckt sein???
Und wieso muss ausgerechnet das von "Ökotest" prämierte, pflanzliche Omega-3-Präperat in grasgrün, so künstlich als möglich gefärbten Kapseln verpackt sein? Tja, dann muss doch wieder der Nordmeerlachs dran glauben, dessen goldgelbes Öl verlockend in durchsichtigen Kapseln gluggert...
Tja, aber so sind wir halt.. Höher, schneller, weiter, bunter...
Das verrückte ist doch wirklich, dass man gleich als weltfremder Öko-Aussteiger verunglimpft wird, wenn man einfach nur mal überlegt, bevor man den Lemmingen hinterherrennt.
Bei uns gibt's auch mal Fastfood, unsere Kinder dürfen nach Alter bemessene Fernsehzeiten täglich (!) konsumieren, unsere Katzen kriegen Dosenfutter und sogar etwas Trockenfutter, wir verreisen oft und gerne - verzichten dabei nur auf den "Flieger".
Wir dachten immer, wir wären eigentlich ganz normal.
Komischerweise scheint es aber noch so ein paar annormale Normalos wie uns zu geben. Denn der neu eröffnete Raiffeisenmarkt mit seiner Sortimentserweiterung aus organischen Düngern und torffreien Erden kann sich über fehlende Nachfrage nicht beschweren.
Das lässt hoffen...
(Denn eine Besiedlung ferner Galaxien ist nachweislich unmöglich, wenn unsere Mutter Erde die Grätsche macht, da den Amis sogar das Geld ausgeht für eine Mondstation, geschweige denn eine Mars-Expedition... Nein, wir werden auf unserer Mutter Erde untergehen. Die Frage ist nur, wird sie mit uns untergehen, oder wird sie sich von Homo sapiens sapiens erholen...)
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Ein Geben und ein Nehmen
Ich denke, im naturnahen Gärtnern läuft es auf eine Mischkalkulation hinaus.
Man nimmt sich ein Stück Natur für den menschlichen Zweck (wobei man das auch differenziert betrachten muss, die meisten Neubaugebiete waren vor der Erschließung ja intensiv genutzte Ackerflächen und eben keine idyllischen Naturschutzgebiete...) und dafür, dass man es für den Menschen (und seine Katzen...) nutzbar gestaltet, kann man doch auf seinen paar Quadratmeterchen wiederum einen Ausgleich für die Natur schaffen, mit einer etwas angepassten Pflanzenauswahl Anreize schaffen für Vögel, für Insekten, und dazu müssen es ja gar nicht NUR einheimische und NUR die Wildformen sein, eine bunte Mischung, die macht es erst lebendig.
Was wir seit einigen Jahren machen ist auch eine Sommerfütterung und es ist für mich erschreckend, wie die Vögel sich, Verhungernden gleich, auf die Futterangebote stürzen.
Anscheinend ist ringsum nicht viel zu holen.
Naja, wo denn auch - auf den Rasen-Thujen-Liguster-Schießbahnen ringsum wird ja alles totgespritzt, wenn denn mal was zucken sollte.
Erschreckend auch, dass nicht mal die Löwenzahn-Plantage des Nachbarn, der sich immer über den "fürchterlich unaufgeräumten Zustand" unseres Gartens mokiert hat, irgendwelche Insekten zum Wimmeln eingeladen hat.
Es ist beängstigend, dass man mittlerweile in dem gleichen, vor Blüten überbordenden Garten sitzt, und vor ein paar Jahren noch war es ein wildes Gewimmel von Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, sogar die Xylocopa iris war bei uns mehrere Jahre Stammgast - und jetzt muss man die Pflanzen regelrecht absuchen, ehe man eine Biene findet, bei den Hummeln ist es nicht gar so schlimm, aber auch hier deutlich weniger geworden.
Wenn man sich dann Fernsehbeiträge wie den über das Bienensterben anschaut auf arte, wenn man dann Hinweise liest im Internet, dass bei Landwirten mysteriöse Lungenentzündungen und Hauterkrankungen aufgetreten sind nach bestimmungsgemäßer Anwendung von Herbiziden, dann fragt man sich, was kommt da bei Privatanwendern (besagtes Produkt ist frei verkäuflich) ohne Schulung, ohne Schutzmaßnahmen bei raus?
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Weniger ist mehr!
Zum Glück findet im Internet auch ein erkleckliches Grüppchen an Leuten, die versuchen, wenigstens im Garten mit Gelassenheit und einem "weniger ist mehr" den Weg als Ziel zu begreifen - aber andererseits eben auch auf solche, die mit Anlauf mit dem Kopf durch die Wand und koste es was es wolle, hinter mir die Sintflut mit einer Ellenbogenmentalität gepaart mit Scheuklappendenken und überholtem Fortschrittsglauben alles, was nicht ihrem Denken entspricht, verbal über den Haufen fahren wollen.
Wer in diesen Tagen es als sein größtes Problem empfindet, dass irgendwelche Pflanzen im Garten von "Schädlingen" befallen und diese dringend mit Insektiziden zu bekämpfen sind, wer Garten"arbeit" mit der Stechuhr abrechnen will, tut mir wirklich nur leid.
Ich habe in den letzten Jahren im Internet über ganz viele, ganz unterschiedliche Ansätze von Gärtnern gelesen, ich habe voller Respekt erfahren dürfen, wie viel Zeit andere in ihre Gärten investieren, wie sie "tonnenweisen" Erntesegen verarbeiten, bevorraten - DAS ist echte Gartenarbeit.
Das, was bei uns wächst zum Ernten, das ist für "von der Hand in den Mund", für vier, fünf Bleche Zwetschgenkuchen, für Kirschkernweitspucken und Beerenzopfen der Kinder, ist für den Tafelladen und auch ganz viel für die Vögel und ansonsten ist unser Garten einfach nur unsere Wohlfühloase und unser Minizoo-Gehege, das wir freiwillig mit unseren Katzen teilen.
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Der Arbeitsaufwand im naturnahen Garten
Das was am meisten "Arbeit" machte, waren und sind die baulichen Maßnahmen im Garten.
Als letztes in Sachen Gartengestaltung steht nun an, die Rindenmulchwege durch Pflaster zu ersetzen. In anderen Gärten mögen Mulchewege funktionieren, auf unserem Lößlehmuntergrund verwandeln sie sich nach einem halben Tag Regen in sumpfige Untiefen. Trotz Schotterbett darunter.
In diesem Zuge soll dann auch noch der Rasen eine Mähkante aus plan eingelassenen Pflastersteinen bekommen. Ansonsten ist der Garten auf erschreckende Weise "fertig" und angesichts der spätestens Ende April geschlossenen Vegetationsdecke in den Rabatten auch nahezu völlig pflegefrei.
Bleiben noch zwei Stellen im Garten, einmal der Vorgarten auf der Nordseite, den habe ich dank kompetenter Beratung mit einem bunten Reigen an Elfenblumen locker bepflanzt, das darf nun auch zuwuchern, und andererseits die zwei Kater-Lieblings-Beobachtungsposten, auf denen alles plattgelegen wird.
Ansonsten ist im Garten nichts mehr zu tun - als zu genießen!
Im Frühjahr fällt ein halber (Samstag)Nachmittag an, um die Stauden zu putzen, das Schnittmaterial zu häckseln und auszubringen, drei weitere halbe Samstagnachmittage damit, die Obstbäume und die Rosen zu schneiden, zu häckseln und ebenfalls zu mulchen bzw. zu entsorgen.
Die Terrasse zu schrubben, dauert noch mal eine Stunde, mit Öl einlassen eine halbe, wirklich zeitaufwändig ist nur die Pflege der Holzmöbel, aber was haben die mit Gartenpflege zu tun?
Einmal im Monat werden die Wege im Garten und rundherum gekehrt. Rasenmähen 15 min pro Woche, ist aber an die Kids delegiert und dann natürlich die Sommerarbeiten, das Ausschneiden der verblühten Rosen und Stauden, das sind wirklich Zeitfresser, wobei man das aber auch in einem kleinen Rundgang zwischen Abendessen und Bettgehritual der Kinder erledigen kann.
Und im Hinterkopf lauert immer der Gedanke: Wäre mein Garten noch naturnäher, nur mit einmalblühenden Rosen bepflanzt und würde ich meine Stauden nicht aus rein egoistischen Gründen zur Nachblüte anregen wollen, fielen diese Pflegearbeiten auch noch weg!
Ach ja, und wegen der öfterblühenden Rosen sollte ich eigentlich auch öfter mal nachdüngen. Vergesse es aber immer mal wieder.
Weitere Pflegemaßnahmen bestehen darin, einmal wöchentlich einen Rundgang zu machen und die Goldfelberiche zu dezimieren, irgendwann in Zukunft werden sie darum peu a peu den Abflug aus meinen Rabatten antreten, und etwa dreimal im Jahr aufgelaufene Sämereien (vor allem Vogelfutter, aber auch Liguster-, Hartriegel- und Ahornsamen aus den angrenzenden Gärten und Straßenrandbepflanzungen) auszureißen.
Ein Garten für intelligente Faule. Oder wie hieß der Buchtitel? Habe das Buch nicht, aber vor ein paar Jahren war es ja groß en vogue.
Gänzlich ohne Pflegemaßnahmen wird kein Garten auskommen, wem selbst das bisschen, was ein "fauler" Garten braucht, zuviel ist, sollte lieber in eine großzügige Etagenwohnung ziehen, wenn er nicht das nötige Kleingeld für einen Gärtner hat.
Ich kann nur Vergleiche ansetzen zu den Gärten der Nachbarn, wenn ihre formalen Gärten in konventioneller Bewirtschaftung ansehnlich aussehen, investieren sie erheblich mehr Zeit in die Pflege als ich, investieren sie genauso wenig oder gar weniger, verkommen ihre Grundstücke (als Gärten mag ich es nicht bezeichnen) zu ungepflegten Löwenzahn- und Kleeplantagen, karg-welken oder moosüberwucherten Stoppelrasen umgeben von löchrigen (weil zu selten beschnittenen) Ligusterhecken, wahlweise im "dunklen Loch" sitzend hinter fünf Meter hohen Thujen...
Zum Glück ist das Leben so bunt und vielfältig und so überhaupt nicht fad sondern steckt voller Herausforderungen und Aufgaben, auch ganz abseits vom Garten, in diesem Sinne sag ich jetzt "ciao" und widme mich erst mal in mehreren Stunden gehirnreinigender meditativer Gartenarbeit...
Zeit, sich über solche Dinge wieder Gedanken zu machen ist also so im Herbst, wenn der Nebel hochzieht.
Jetzt muss ich mich erstmal dem widmen, was über das Verfassen dieses Artikels hier so alles liegen geblieben ist im Haus und im Job.
Denn der Garten ist ja der einzige, der einem faule Perioden verzeiht, ich wäre echt froh, wenn alles im Leben so einfach wäre, wie der Garten.
Wer Fragen hat, das Angebot steht - gerne per Mail oder Gästebucheintrag!
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