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Katzen wurden in die Welt gesetzt um das Dogma zu widerlegen, Paul Gray |
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Im Laufe des Jahres 2008 beschäftigten wir uns mit dem Gedanken, ein Freilaufgehege für unsere Kater einzurichten. In den Jahren zuvor hatten wir unseren Katzen neben der Wohnungshaltung einen kontrollierten Freilauf im Garten an Geschirr und Leine geboten. Solange wir dies mit Josua und Madita praktizierten, funktionierte das recht gut. Madita war aufgrund ihrer traumatischen Prägung nicht allzusehr am Leinenfreilauf interessiert und saß meistens ruhig in einer Gartenecke, während wir Josua recht gut überwachen konnten. Nachdem im November 2007 Björn zu uns kam, gewöhnte er sich recht rasch an Geschirr und Leine und gemeinsam mit Josua und uns verbrachte er gerne Zeit im Garten. Als wir jedoch mit Snörri einen ebenso aktiven, jungen Kater in unsere Familie aufgenommen hatten, genügte den beiden Sportskameraden schon bald der Radius ihrer Leinen nicht mehr. Ständig verwickelten sie sich in ausgelassenem Spiel um Mobiliar und Gewächse. Zunächst überlegten wir, nur die Pergola-Konstruktion auf der Terrasse mit Netzen zu sichern.
Allerdings hätte dies kaum mehr Freilauf geboten als der schon lange mit Netzen gesicherte Balkon.
Als nächsten gedanklichen Planungsschritt überlegten wir, ob wir nicht ausgehend von der Pergola die Konstruktion bis zu den Sichtschutzelementen ausdehnen und somit die Freilauffläche verdoppeln könnten.
Die Vorstellung, die Terrasse zu einem Gehege umzufunktionieren, behagte uns jedoch nicht. Außerdem stellten wir es uns lästig vor, jedes Mal wenn wir in unser lieb gewonnenes Sommerhaus gehen wollten, eine Türe öffnen zu müssen, ebenso, wenn wir bzw. die Kinder die Rasenfläche oder andere Bereiche der angrenzenden häufig genutzten Gartenteile betreten wollten. Der Hinweis auf die Gestaltung des katzensicheren Gartens dieser englischen Maine-Coon-Cattery löste dann die Initialzündung aus. Dort wurden genau solche Rankelemente, wie sie schon seit 2006 als Sichtschutz entlang unserer Grundstücksgrenzen eingesetzt haben, als Grundgerüst verwendet. Anders als die vielen anderen Beispiele für Katzengehege, die wir im Internet fanden, erinnerte diese Konstruktion weder an AlKatzTraz noch hatte es den Anschein einer provisorischen Notlösung. Ganz im Gegenteil, in meiner Vorstellung fügte sich diese Konstruktion ganz elegant in die in den letzten Jahren etablierte, stilvoll-englische Gartengestaltung ein. Es bedurfte fünf Monate intensiver Überzeugungsarbeit, dann endlich überwand der Herr des Hauses seine Skepsis und wir bestellten die für einen geschlossenen Katzengarten nötigen Pfosten, Rankelemente, Einschraubbodenhülsen sowie grüne, mit Draht armierte feinmaschige Katzennetze und 60 cm lange Schwerlastbodenträger. Leider zog sich die Lieferung etwas hin, und danach mussten auch erst alle Rankelemente unter Zuhilfenahme eines Tackers mit dem Katzennetz bespannt werden, ehe ich mich Mitte Oktober an den eigentlichen Bau des Katzengartens machen konnte.
Anhand des heller hinterlegten Bereichs im oben abgebildeten, genordeten Gartenplan erkennt man die Ausmaße des Katzengartens. Er umfasst die gesamte Rasenfläche mit angrenzenden Rabatten, das Sommerhaus, die Terrasse nebst Wassergarten, den Kreuzgarten und die südliche Rabatte. Die größte Länge in Ost-West-Richtung beträgt ca. 16 m, die kürzeste Länge ca. 7,5 m. Die größte Breite in Nord-Süd-Richtung beträgt ca. 12 m, die kürzeste Breite ca. 4 m. Die gesamte Fläche des Katzengartens beträgt ca. 125 m2. Auf der West- und Südseite bilden die schon vorhandenen Sichtschutzelemente die äußere Abgrenzung, nach Osten und Norden wurde der Garten durch senkrecht zu den Sichtschutzelementen an die Hauswand anschließende Rankwände geschlossen. Die östliche Rankwand besteht aus drei höhengestaffelt dem Geländeverlauf angepassten Rankelementen 1,20 * 1,80 und daran anschließend ein 60 cm * 1,80 m Element als Tür direkt an die Ecke des Erkers anschlagend. Zur besseren Stabilität und zum Höhenausgleich habe ich die vertikalen Pfosten mit horizontalen Querstreben versteift.
Der östliche Abschluß des Katzengartens -
...und einmal von der Terrasse aus. Die nördliche Rankwand besteht aus - von rechts nach links, einem Rankelement 1,80 * 1,80 an die Hauswand anschließend, dann folgt ein Element 60 cm * 1,80 m, daran anschließend ein 1,20 * 1,80 m Element als Tür, danach erneut ein 60 cm * 1,80 m und ein 1 ,20 * 1,80 m Element wieder fest verschraubt und zuletzt an die Ecke zum bestehenden Sichtschutz angrenzend drei schon vorhanden gewesene Sichtschutzelemente 60 cm * 1,80 m, die vor dem Bau der Sichtschutzwände als mobiles Paravent auf der Terrasse gedient hatten. Auch diese Elemente sind höhengestaffelt dem Geländeverlauf angepasst und zur besseren Stabilität sind die vertikalen Pfosten teilweise mit horizontalen Querstreben versteift.
Hier der nördliche Abschluß des Katzengartens in der Totale
Und hier die mittig platzierte Tür Anschließend brachte ich am oberen Abschluß aller vertikalen Stützpfosten - auch an denen der bereits stehenden Sichtschutzwände an der Süd- und Westseite - 60 cm lange Schwerlastträger aus verzinktem Stahl an, um eine Unterkonstruktion für einen nach innen kragenden Überkletterungsschutz zu errichten.
Detail eines Schwerlastträgers am Pfosten - Im Bereich der höhengestaffelten Elemente montierte ich teilweise zwei Schwerlastträger in abgestufter Höhe nebeneinander um das Netz bestmöglich zu führen.
Übergang am Höhenversatz neben dem Pavillon
Höhenversatz an der westlichen Sichtschutzwand
großer Höhenversatz bei der östlichen Trennwand
noch einmal aus anderer Perspektive
besonders trickreich diese Ecke mit Höhenversätzen einerseits Anschließend schnitt ich die Katzennetze in ca. 70 cm breite Bahnen, die ich an den Schmalseiten Masche für Masche miteinander verknüpfte, bis ich ausreichend lange Stücke für die vier Seiten des Katzengartens hatte. Dann fädelte ich die beiliegende Spannschnur durch die Abschlußreihe der Maschen entlang der langen Seite dieses Streifens. Durch die Spannschnur soll der nach innen kragende Teil des Netzes stabilisiert werden. Als nächstes konnte ich damit beginnen, diese Streifen auf den Schwerlastträgern zu befestigen. Dazu benutzte ich schwarze (UV-stabilisierte) Kabelbinder, die ich durch die Bohrlöcher des nach innen ragenden Trägers einerseits, und durch die Maschen des Netzes andererseits fädelte.
In der Bildmitte die Öse an der Hauswand Am Übergang zur Hauswand bzw. zu den Wänden des Pavillons sowie an die passenden Stellen der bereits vorhandenen Rankelemente schraubte ich Ösen an die Wandverschalung, um das Netz und die Spannschnur zu befestigen.
links, etwa mittig der Rankwand ebenfalls eine Öse
rechts im Bild die Öse, gut zu erkennen auch, An den Ecken des Katzengartens verknüpfte ich die rechtwinklig zueinander stoßenden Netzstreifen Masche für Masche zu einem lückenlosen Gewebe. Als letztes tackerten meine Tochter und ich die noch offenen Längsseiten der Netzstreifen am oberen Abschluß der Rankelemente fest.
Die Sicherheit...
...und Undurchdringlichkeit dieser Konstruktion...
...wurde sofort von unserem Assistenten geprüft! Hier Übersichtsbilder aus dem Obergeschoß aufgenommen, welche die nach innen auskragenden Netze auf den Schwerlastträgern gut erkennen lassen:
südöstliche Ecke des Katzengartens
östlicher Abschluß des Katzengartens
südlicher Streifen des Katzengartens
südwestliche Ecke des Katzengartens mit Sommerhaus
südwestliche Ecke des Katzengartens aus anderer Perspektive
westlicher Abschluß des Katzengartens
nördlicher Abschluß des Katzengartens Anschließend verschloß ich alle möglichen Schlupflöcher mit Brettern und Bohlen (im Bereich der Türschwellen)
Bretterung mit Stichsäge an das Bodenprofil angepasst
Schlupfloch geschlossen
Bohlen als Türschwelle in der Ostwand...
...und in der Nordwand Auch die Lücken im oberen Bereich der Rankwände wurden mit reichlich vorhandenem Restholz von vorangegangenen Bauprojekten geschlossen.
Spalt oberhalb der Türe in der Ostwand geschlossen
Spalt oberhalb des schmalen Rankelements in der Nordwand geschlossen Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gartens fügt sich der Katzengarten wunderbar unauffällig in die bestehende Gartengestaltung ein.
Blick vom Sommerhaus auf den Rasen und das Haus
Blick von der Terrasse nach Nordwesten
Blick vom Zugangstor in der Nordwand Richtung Terrasse
Blick vom Zugangstor zum Sommerhaus
Blick vom nördlichen Rand des Kreuzgartens Ganz im Gegenteil, durch die optische Trennwirkung der Rankwände ergibt sich eine Aufwertung des Gartens, der dadurch größer und spannender wirkt.
Blick vom südlichen Ende des Rasen nach Norden -
Blick vom Sommerhaus nach Osten - Auch von außen sehen die Rankwände des Katzengartens angenehm aus.
Blick von der Straße auf Haus und (Katzen)Garten
Blick von der Spielecke (Sandkasten, Kindervilla und Trampolin) Aufgrund der modularen Bauweise mit normierten Rankelementen sowie der problemlos wieder demontierbaren Einschraubbodenhülsen und der Verschraubung der Rankelemente an den Pfosten können wir uns unser Modell des Katzengartens auch sehr gut vorstellen für eine etappenweise Gestaltung und den schrittweisen Ausbau eines Freigeheges. Anschließend an eine Hauswand, z.B. eine Terrasse umschließend, könnte man mittels nur vier 1,80 * 1,80 m großen Elementen, im Rechteck aufgestellt, zu günstigen Einstiegskonditionen ein Katzengehege von ca. 6,5 m2 schaffen. Durch ein 90 cm breites Element, als Tür in der Längswand eingefügt, um den restlichen Garten zu betreten, würde sich diese Fläche gleich auf über 7,5 m2 vergrößern. Nach und nach könnte man den Bereich des Katzengartens durch den Kauf und Aufbau weiterer Rankelemente vergrößern, ohne auf einen Schlag das Budget allzusehr zu belasten. Aufgrund der modularen, einfach zu montierenden und wieder spurlos demontierbaren Konstruktion eignet sich unser Modell des Katzengartens in unseren Augen auch ganz besonders für Mietgärten, in denen man beim Auszug die Elemente mitnehmen und im neuen Haus/Garten wieder verwenden kann.
Zuletzt bleibt noch die Aufgabe, im Bereich der rotlaubigen Zierkirsche an der westlichen Grundstücksgrenze ein Netz auf gleicher Höhe wie der Überkletterungsschutz in die Krone einzuflechten. Angesichts aufwallender Frühlingsgefühle wurde an dieser Stelle angetestet, ob der Überkletterungsschutz zu überwinden ist. Fotos folgen demnächst.
Zum Abschluß: Zwei rechtschaffen müde fleißige Handwerker...
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