|
Für interessierte Gartenfreunde fasse ich hier unsere ersten Erfahrungen mit dem Perlschlauchsystem, angeschlossen an die Zisternen-Regenfässer, zusammen.
Um ausreichenden Wasserdruck für die langen Schlauchleitungen sicherzustellen, haben wir eine leistungsstarke Drucktauchpumpe gekauft .
Zunächst gingen wir davon aus, es sei ausreichend, wenn an den Schlauch, der von der Pumpe weggeht, ein Zweifach-Verteiler angeschlossen und ein Strang des
Perlschlauchs auf der Südseite und ein Strang auf der Nordseite des Hauses herum verlegt wird.
Doch bei der sich ergebenden Länge der Schläuche von über 30 m zeigte sich, gepaart mit der beachtlichen Druckleistung der Pumpe, folgendes interessante Bild: In
den ersten 10 m gab es regelrechte kleine Fontänen durch die Rindenmulch-Abdeck-Schicht hindurch, in den folgenden 15 m sickerte das Wasser wie vorgesehen tröpfenweise durch die Schläuche, um in den letzten Metern
der Schläuche dann zu versiegen.
Darum habe ich einen Sechsfach-Verteiler für Gartenschläuche gekauft, an diesen wiederum noch einige Zweifach-Verteile angeschlossen und etliche Meter normalen
Gartenschlauchs zu den einzelnen Perlschlauch-Abschnitten im gesamten Garten hingeleitet (nicht zu vergessen, dass ich dabei auch noch sämtliche Schlauchverbinder, die es im örtlichen Baumarkt gab, aufgekauft
habe...)
Nach einigen Versuchen hatte ich die Einstellung der einzelnen Verteiler so ausgetüftelt, dass auch wirklich überall auf der gesamten Länge der einzelnen
Perlschlauch-Abschnitte das Wasser in der gewünschten Art und Weise perlte.
Ich war glücklich.
Der fünfzehnte Testlauf war also endlich erfolgreich gewesen.
Nun schloss ich das Stromkabel der Pumpe an eine Zeitschaltuhr an, um die Einstellungen für den Urlaub auszutesten.
Glücklicherweise wollte ich einige Stunden nach dem programmierten Ende der Bewässerungszeit eine Kanne voll Wasser aus der Zisterne holen um eine Topfpflanze zu
gießen.
Dabei stellte ich fest, dass der Wasserspiegel in den Regenfässern um circa dreißig Zentimeter (entsprechend mehreren hundert Liter Wasser!!) gesunken war. Statt
dessen standen die Beete, in denen die Perlschläuche verlegt waren, teilweise völlig unter Wasser.
Was war geschehen?
Die porösen Wände der Perlschläuche erzeugen einen sogenannten Docht-Effekt. Man kann dazu ein Experiment durchführen, indem man einen Wollfaden zur Hälfte in ein
volles Wasserglas hängt und die andere Hälfte auf den Tisch herunterragen lässt - der Wollfaden saugt langsam aber sicher das gesamte Wasser aus dem Glas und auf dem Tisch entsteht eine Überschwemmung.
Um diesen Docht-Effekt zu unterbinden, kaufte ich nun eine batteriebetriebene Wasser-Schalt-Uhr, die den Nachschub an Wasser unterbindet, indem sie ein Ventil
schließt. Diese baute ich zwischen der Pumpe und dem Sechsfach-Verteiler ein.
Es folgten nun weitere dutzende von Testläufen, bis ich die batteriebetriebene Wasser-Schalt-Uhr und die elektrische Zeitschaltuhr, die das Arbeiten der Druckpumpe
steuern sollte, mit einem ausreichenden Sicherheitszuschlag synchronisiert hatte.
Glücklicherweise hatte ich die Installation der Bewässerungsanlage bereits Wochen vor unserem ausgedehnten Sommerurlaub begonnen, so dass ich trotz der eheblichen
Widrigkeiten nun circa eineinhalb Wochen lang die Funktion des Systems testen konnte, ehe wir wegfuhren.
Es war traumhaft, die Arbeit hatte sich wirklich gelohnt. Endlich nicht mehr stundenlang Kannen schleppen, endlich abends den Garten genießen, endlich keine
verdorrten Rabatten mehr.
Unmittelbar vor der Abreise füllten wir dann die Zisternen mit Leitungswasser auf (das sorgsam gesammelte Regenwasser war ja zum Großteil der Dochtwirkung zum
Opfer gefallen) und ich vergewisserte mich noch am Morgen des Reisetags von der ordnungsgemäßen Einstellung aller Komponenten.
Als wir nach drei erholsamen Wochen in der Provence zurückkamen führte mich mein erster Weg natürlich in den Garten. Alles war wild gewuchert, nichts war verdorrt!
Doch welch Überraschung, als ich den Füllstand der Zisternen kontrollierte!!
Der Wasserpegel war nur um einige Zentimeter gesunken, das heißt, die Bewässerung hatte höchstens zwei bis drei Tage funktioniert, wie ich anhand meiner
Erfahrungen während der erfolgreichen Testphase vor dem Urlaub vergleichen konnte.
Sofort suchte ich nach der Ursache und fand sie in der elektrischen Zeitschaltuhr zur Steuerung unserer Druckpumpe. Diese Zeitschaltuhr hat einen Wählschalter, auf
dem man die Stromversorgung einstellen kann auf Dauer-An, Zeitgesteuert geschaltet oder Dauer-Aus.
Dieser Wählschalter, dessen korrekte Einstellung auf ‘Zeitgesteuert geschaltet’ ich ja am Morgen der Abfahrt noch kontrolliert hatte,
stand nach unserem Urlaub auf ‘Dauer-Aus’.
Alle Schalter auf der Zeitschaltuhr sind mit einer Abdeckung gegen Witterungseinflüsse geschützt, so dass es auszuschließen ist, dass ein Tier zufälligerweise
einen der Schalter betätigt haben könnte.
|