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VORBEMERKUNGEN
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Für den Gartenneuling ist es sehr verwirrend, dass es so viele unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Anleitungen zur Pflege der Rosen gibt und er weiß nicht,
an welche Anweisungen er sich halten soll. Sobald man sich jedoch eine Weile in die Materie eingearbeitet hat, wird einem aber klar, dass es darum so viele verschiedene Erfahrungen gibt, weil die Rosen je nach
Sorte und äußeren Bedingungen unterschiedliche Ansprüche an den Gärtner stellen.
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Die Pflege der Rosen hängt meiner Erfahrung nach unmittelbar mit den klimatischen Bedingungen der Region und mit den örtlichen Bodenverhältnissen zusammen. Und
nicht zuletzt auch unheimlich viel mit der Lebenseinstellung des Gärtners.
Aus diesem Grund können auch meine Erfahrungen mit meinen Rosen nicht als universell gültig angesehen werden.
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Zunächst beziehen sie sich ausschließlich auf die von mir gepflanzten Rosensorten, nämlich sehr starkwüchsige Strauchrosen aus der Klasse der Englischen Rosen
(Graham Thomas, Heritage),
aus der Klasse der modernen Strauchrosen (Sebastian Kneipp) und aus der Klasse der alten, öfterblühenden Rosen
(Ferdinand Prichard); normalwüchsige Englische Rosen, typische Strauchrosen (Othello, William Morris, Geoff Hamilton); schwachwüchsige Englische Rosen, zu behandeln wie Beetrosen (Glamis Castle) und Floribunda-Rosen (Old Port) sowie öfterblühende Kletterrosen (New Dawn, Gloire de Dijon, Sombreuil climbing, Alister Stella Gray, Mme Alfred Carrière, Abraham Darby).
Um zurück zur Anmischung von Landhausgartens Rosendünger zu gelangen, bitte hier klicken.
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Der schwere, kalkhaltige Lößlehmboden unseres Grundstücks bietet zudem für Rosen geradezu ideale Bedingungen in Bezug auf Nährstoffe und Bodenbeschaffenheit.
Das gemäßigte Flußtalklima am unteren Neckarlauf mit niederschlagsreichem Frühling und trockenheißem Sommer, relativ langer Vegetationsperiode und ständigem Wind aus westlichen Richtungen beeinflußt das Wachstum der
Rosen weiterhin. Großen Einfluß auf die Pflege meines Gartens hat aber auch meine Lebenseinstellung; ich benutze aus Prinzip keinen Kusntdünger oder chemische Spritzmittel, weil ich die Natur und den Boden
respektieren möchte.
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(Dass ich - wie auf anderen Seiten schon erwähnt, das Ferramol Schneckenkorn von der Firma Neudorff verwende, steht meines Erachtens nicht im Widerspruch dazu,
denn es gibt einerseits keine natürlichen Feinde der leider auch meinen Garten schon überrennenden Spanischen Wegschnecke - diese Art sondert nämlich so viel Schleim ab, dass unser Igel nur angewidert das
Schnäuzchen verzieht - und im übrigen ist das Mittel, wie ich in mehreren Zeitschriften lesen konnte, wirklich nur für Nacktschnecken gefährlich, alle anderen Tiere und sogar Kleinkinder erleiden keine Schaden,
falls sie es einnehmen würden!)
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DIE ÖFTERBLÜHENDEN STRAUCHROSEN
DIE PFLANZUNG DER ROSEN
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Ich pflanze meine Rosen vorzugsweise im Herbst, und zwar wurzelnackte Ware aus dem Versandhandel. (Bezugsquellen) Die beiden neuen Hochstammrosen habe ich als Containerpflanzen bekommen. Ich habe sie bei der Pflanzung jedoch prinzipiell genauso behandelt wie die wurzelnackte Ware.
Sobald ich die Lieferung erhalten habe, und das Wetter richtig zum Pflanzen ist (kein Frost, kein Dauerregen) packe ich die Rosen sofort aus und stelle sie für mindestens einen Tag bis weit über die
Veredelungsstelle in Bottiche mit Wasser. Falls ich nicht sofort pflanzen kann, schlage ich die Rosen ein, indem ich an abgelegener Stelle im Garten einen spatentiefen und spatenbreiten Graben aushebe, die Rosen
hineinlege und sie zuschaufele, dass nur noch die Spitzen herausschauen. Dann sollte man noch ausgiebig wässern und binnen drei Wochen pflanzen.
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Falls man aber überhaupt nicht zum Pflanzen kommt, so ertragen die überaus kräftigen und wüchsigen Pflanzen von David Austin Roses es durchaus, bis zum Frühling
dermassen ‘eingeschlagen’ zu verbringen. Ich habe die dermaßen eingeschlagen überwinterte Benjamin Britten Ende Februar vorsichtig mit der Grabegabel aus dem Einschlaggraben entfernt und sofort in das
vorbereitete Pflanzloch gesetzt. Wie bei einer Herbstpflanzung habe ich sie grosszügig angehäufelt undwegen der vorherrschenden Trockenheit regelmässig alle drei Tageüber die Anhäufelung gegossen. Ende März
habe ich die Rose vorsichtig abgehäufelt und zum Schutz gegen Austrocknen durch Wind und gegen späte Nachtfröste locker mit einem vierfach genommenen Gartenvlies abgedeckt und weiterhinregelmäßig alle drei Tage
gegossen. Auf diese Weise konnte sich die Benjamin Britten trotz des extrem heissenund trockenen Sommers 2003 hervorragend etablieren.
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Zum Einpflanzen hebe ich eine Grube von 40 cm Breite, 40 cm Länge und mindestens 60 cm Tiefe aus; im Bereich der ‘RosenKräuterRabatte’ direkt vor der Hauswand an
der Westseite hatte ich wegen möglicher Staunässe die Pflanzgruben sogar 80 cm tief ausgehoben und zuerst eine Schicht von 20 cm Schotter auf den Boden der Pflanzgrube aufgefüllt. Auf dem Boden der Grube
modelliere ich zunächst einen Kegel von ca. 20 cm Höhe und 40 cm Durchmesser aus Rindenhumus. Dieser Bodenhilfsstoff aus kompostiertem Rindenmulch beeinflusst das Bodenklima positiv und säuert unseren stark
kalkhaltigen Boden in idealer Weise für die Rosen an. Dann schneide ich faule oder beschädigte Stellen an den Wurzeln heraus. Die Wurzeln drapiere ich dann so über den Kegel, dass die Veredelungsstelle circa 10 cm
unter der Erdoberfläche zu liegen kommt.
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Dann fülle ich die Pflanzgrube bis zur Veredelungsstelle mit Rindenhumus auf und schlämme ihn mit 10 Liter Wasser ein. Dann fülle ich mit dem Aushubmaterial bis
ca. 5 cm unter dem Niveau der umliegenden Erde auf und schlämme dies nochmals mit 10 Litern ein. Falls sich die eingefüllte Erde nochmals gesetzt hat, wird dieser Vorgang ein weiteres Mal wiederholt.
Das durchdringende Gießen mit jeweils 10 l Wasser wiederhole ich dann ein drittes und viertes Mal, bei trockenem Wetter auch eine fünftes Mal.
Dadurch dass ich die Veredelungsstelle in der Pflanzgrube 10 cm unter Umgebungsniveau platziere, erhalte ich beim Überdecken mit 5 cm Material eine hervorragende
Gießmulde im Umfang der Pflanzgrube und mit 5 cm Tiefe!!!
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Ganz wichtig ist meiner Erfahrung nach, dass kein Dünger ins Pflanzloch kommt. Einer Freundin, die sich nicht an diesen Ratschlag hielt und Blaukorn unter das
Auffüllmaterial mischte, ging die teure Rose denn auch prompt ein!! Anschließend wird mit feinem Rindenmulch ein ‘Maulwurfshügel’ über der Rose errichtet, so dass keine einzige Spitze mehr herausschaut und die
Basis des Maulwurfshügels den Rand des Pflanzlochs überdeckt, damit keine Rinne, in der sich Feuchtigkeit sammeln würde, entsteht. So eingepackt geht es ab in den Winterschlaf.
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Sobald die Forsythien in den Nachbargärten erblühen - in meinen Garten kommen diese quietschgelben Ziergehölze ohne jeden Nutzwert für die Natur aufgrund meiner
persönlichen Abneigung nämlich nicht - ist es an der Zeit, die Rosen aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken.
Dazu grabe ich an einem bedeckten Tag den Mulch äußerst vorsichtig mit den bloßen Händen beiseite, damit möglichst keiner der jungen, weichen Triebe abbricht.
Falls die Rose sehr viele dieser fast weißen Triebe unter der Anhäufelung gebildet hat, häufele ich sie lieber in zwei Etappen ab. Dazwischen lasse ich zwei bis drei Tage vergehen. Gegossen wird in diesem Fall
sowohl nach dem ersten teilweisen Freigraben als auch nach dem engültigen Abhäufeln.
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Den Mulch, den ich zum Häufeln verwendet hatte, verteile ich nun rund um die Rose zwischen die Begleitstauden.
Ich achte darauf, dass ich allen Mulch entferne, so dass ich die Ebene aus Gartenerde wieder erreiche, die den Boden des Gießrands markiert, der sich 5 cm unter
dem Umgebungsniveau befindet.
Anschließend gieße ich die Rose mit 10 bis 20 l Wasser, je nach Witterung. Damit die Rose nicht vertrocknet, muss sie nun bis zum Herbst mindestens einmal
wöchentlich mit je 10 l Wasser gegossen werden. Außer natürlich, es regnet in Strömen. Im Sommer steigere ich das Gießintervall auf alle zwei Tage. Wenn es besonders trockenheiß ist, müssen die frischgepflanzten
Rosen natürlich täglich gegossen werden.
Die braunen, abgestorbenen Enden der Triebe schneide ich mit einer scharfen, am besten frisch geschärften Schere bis ins saftig grüne Holz ab. Ich achte darauf,
die jungen Trieben nicht zu verletzen.
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Nach dem teilweisen Abhäufeln errichte ich einen Sonnenschutz aus Tannenreisig oder überdecke die Rose locker mit Gartenvlies. Dies mache ich auch immer dann, wenn
ich bei sonnigem Wetter abhäufeln muss. Notfalls man auch eine Bastmatte als Schattierung verwenden. Die Beschattung soll die jungen Triebe vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, damit sie langsam ausreifen und
ihre unnatürlich helle Farbe verlieren können.
Ich kontrolliere regelmäßig den Sonnenschutz und richte ihn auf, falls er umgefallen ist oder weggeweht wurde. Die Beschattung entferne ich erst, wenn alle Triebe
eine gesunde, saftiggrüne oder hellrote Farbe angenommen haben und ihnen kein Sonnenbrand mehr droht.
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Im gesamten ersten Jahr dünge ich neugepflanzte Rosen nicht. Ebensowenig beschneide ich sie. Verblühte Blütenrispen aber entferne ich. Dazu schneide ich den Zweig
direkt unter dem ersten Blattpaar unter der Blüte ab. Ansonsten lasse ich die Rose einfach wachsen und Substanz gewinnen.
Daneben gieße ich reichlich, und zwar immer durchdringend. Im trockenheissen Hochsommer gebe ich den Rosen lieber einmal am Tag (vorzugsweise abends!) eine 10l
Kanne als dreimal täglich 5 l Wasser.
Im Herbst (Ende November) des ersten Standjahres bedecke ich die Rosen dann ungeschnitten wieder mit einem Mulchkegel. Dazu schütte ich einen ca. 40 cm hohen Kegel
aus Rindenmulch über dem ‘Herz’ der Rose auf. Dabei dürfen die längeren Triebe aus dem Kegel herausragen.
Im nächsten Frühjahr, wenn die Forsythien blühen, häufele ich die Rosen dann wieder ab. Dann schneide ich sie das erste Mal nach den unten aufgeführten
Schnittregeln.
In den folgenden Standjahren häufele ich die Rosen nicht mehr an. Bei gut eingewachsenen und akklimatisierten Rosen behindert der Winterschutz den Austrieb.
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DER RICHTIGE ZEITPUNKT
ZUM ROSENSCHNITT
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Als ich das erste Mal meine Rosen schnitt, habe ich mich an die Anweisungen im GU Gartenratgeber "Rosen erfolgreich pflegen" von Gerhard Worm gehalten. Außerdem habe
ich einiges Wissenswerte aus Zeitschriften zusammengetragen. Ein kurzer Artikel in der Zeitschrift "Meine Grüne Welt" brachte mich auf John Scarmans Schnittmethoden bei Strauchrosen.
Der richtige Zeitpunkt zum Schnitt ist im Frühjahr üblicherweise dann gekommen, sobald die Forsythien in voller Blüte stehen.
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Diesen Tipp habe ich vor einigen Jahren aus der Gartenzeitschrift Kraut und Rüben entnommen. Er bewährte sich bislang immer, nur im Frühjahr 2003 musste ich den
Rosenschnitt durchführen, als die Forsythien noch kaum Knospen hatten. Der Ausnahmesommer 2003 kündigte sich wohl schon mit verfrühtem Rosenaustrieb im Februar an. 2004 ist in dieser Hinsicht glücklicherweise bisher
ein normales Gartenjahr.
Ganz gleich, ob die Forsythien nun blühen oder nicht, allerspätestens dann, wenn die Rosen wie auf dem Bild oben ausgetrieben haben, ist der Zeitpunkt für den
Schnitt gekommen!
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DER FRÜHJAHRSSCHNITT
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Im Gegensatz zu den Tipps von John Scarman behandle ich moderne und alte öfterblühende Strauchrosen gleich.
Bei allen öfterblühenden Strauchrosen (z.B. die englischen Rosen, die Romantica Rosen, die alten, öfterblühenden Rosen und ähnliche Kategorien) schneide ich
zunächst alle toten, verletzten und nach innen wachsenden Triebe heraus.
Außerdem schneide ich alle sehr schwachen Triebe radikal auf das stärkste Auge in ca. 15 cm Höhe über dem Boden ab.
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Dann schneide ich sämtliche übrigen Triebe hüfthoch ab. John Scarman empfiehlt bei beengten Platzverhältnissen die Rosen kniehoch zu schneiden. Ich rate dann aus
dekorativen Erwägungen zum Einsatz eines Rosenobelisken.
Die äußeren Triebe schneide ich dann kuppelförmig niedriger. Dabei achte ich darauf, dass der Strauch eine gleichmäßige Form erhält.
John Scarman schreibt auch, dass es nicht so genau auf das nach aussen liegende Auge beim Schnitt ankommt. Er betont eher die Wichtigkeit von scharfen Werkzeugen,
die die Zweige nicht reißen oder quetschen. (Ein sehr praktisches Gerät zum Schärfen von Gartenscheren gibt es bei Richard Ward)
Wichtig ist ihm außerdem die Form des Rosenstrauchs, er sollte hübsch kugelförmig werden. Darum trete ich beim Schneiden ab und zu mal einen Schritt zurück und
schaue, ob die Form noch stimmt.
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DER SOMMERSCHNITT
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Leider konnte ich mit dem recht starken Sommerschnitt nach John Scarman keine guten Erfahrungen sammeln. Zwar behielten die Rosen, wie er in seinem Ratschlag
ankündigte, ihre Form und wuchsen nicht in den Himmel, bzw. bei den Rosen am Obelisken nicht in die Wege hinein. Allerdings musste ich dafür eine Blühpause von über drei Wochen hinnehmen. Das kam mir im recht kurzen
Gartenjahr unserer Breiten fast wie eine Ewigkeit vor
Indem ich die verblühten Seitentriebe wie empfohlen um
2/3 zurücknahm, schnitt ich natürlich auch alle in diesem Bereich befindlichen, stärker entwickelten Knospen weg. Daraufhin mussten sich erst die weiter unten liegenden Knospen zu Blütentrieben entwickeln, was natürlich länger dauerte und somit kein ununterbrochener Blütenflor mehr gewährleistet war..
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Ich habe für mich und für meinen Garten nach dieser Erfahrung den Entschluss gefasst, in Zukunft die öfterblühenden Rosen wieder nach meiner bislang bewährten
Methode zu schneiden. Dabei wird der Zweig mit der verwelkten Blüte mit den zwei darunter liegenden Blattpaaren abgeschnitten. Ich persönlich nehme lieber einen überbordenden Wuchs in Kauf, als mir eine Blütenpause
ausgerechnet in der schönsten Zeit des Sommers zu bescheren.
Aus Fehlern lernt man am besten. Am Klügsten ist es jedoch, aus den Fehlern der anderen zu lernen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr dank meinem Experiment leichter die richtige Schnittmethode für eure Rosen herausfindet.
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DER EINSATZ VON ROSENOBELISKEN BEI
STARKWÜCHSIGEN STRAUCHROSEN
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Im Sommer 2000 begann sich die gerade erst zwei Jahre zuvor gepflanzte, öfterblühende Strauchrose Ferdinand Prichard überaus üppig zu entwickeln. Deshalb musste
ich nach einer Lösung für das entstandene Platzproblem suchen.
Anstatt sich an die angegebenen 1 m Breite und 1,20 m Höhe zu halten, hatte sie in bester “Dornröschenmanier” eine Höhe von über zwei Metern und einen Durchmesser
von fast vier Metern erreicht!
Vor allem die Kinder blieben beim Spielen ständig an ihren Tentakeln hängen.
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Darum wand ich ihre Triebe im Frühjahr 2001 schneckenförmig um einen Rosenobelisken (Bild oben) und sie verblüffte die gesamte Saison 2001 die Passanten mit einem
perfekt remontierenden Blütenschauer über die gesamte Höhe des Obelisken (Bild unten)
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Besonders starkwüchsige Strauchrosen beanspruchen mehr Platz als unser kleiner Garten hergibt. Andere Rosen erleiden in unserer windexponierten Lage Schaden. In
beiden Fällen kann ein Obelisk zur Stütze angebracht sein. Ein Obelisk stützt die weichen Triebe einer Sorte wie Graham Thomas, damit sie nicht brechen und Ein Obelisk stützt die dornenreichen Ranken einer Sorte wie
Heritage, deren Triebe sonst im Wind aneinander reiben und die Rinde aufgerissen wird.
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DIE WAHL DES OBELISKEN
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Im Gartenfachhandel gibt es die verschiedensten Obelisken aus Eisen, Stahl oder Kunststoff. Meistens werden sie aber zu abenteuerlich hohen Preisen angeboten.
Ich wollte nicht so große Beträge ausgeben. Darum habe ich günstige Dreiersets vom Gärtner Pötschke erstanden. Leider hatten sie den Nachteil, dass sie mit kleinen
knopfartigen Standfüßen ausgestattet waren, die keinen festen Halt boten. Einen ganzen Sommer lang ärgerte ich mich mit der wackelnden Ferdinand Pichard herum und legte alle paar Tage erneut Steine zum
Höhenausgleich unter die Füße. Im Herbst wußte ich, dass es so nicht weitergehen konnte.
Es war ein teures Vergnügen, vom örtlichen Schlosser Erdspieße an die billigen Obelisken von Pötschke schweißen zu lassen, aber ich habe nachgerechnet, die ganze
Aktion war immer noch billiger, als Rosenobelisken mit Spießen bei einer anderen Firma zu kaufen.
Ganz egal welche Obelisken man kauft, sie sollten unbedingt möglichst lange Spieße haben um sie sicher in der Erde verankern zu können.
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VORARBEITEN UND PLATZIERUNG DES OBELISKEN
Im Gegensatz zur Vorgehensweise von anderen Rosenfreunden platziere ich den Obelisken ungefähr mittig über der Pflanzstelle der Rose.
Da ich bisher die Obelisken bei eingewachsenen Rosensträuchern eingesetzt habe, musste ich mir dafür erst den dafür nötigen Freiraum schaffen. Dazu bog ich die
Triebe vorsichtig seitlich zum Boden und pflockte sie mit alten Zelthäringen fest. Dabei arbeitete ich mich vom Rand her langsam mich ins Zentrum vor.
Danach lag die Rose wie ein umgedrehter Suppenteller ausgebreitet auf dem Boden.
Je nach Wuchsrichtung der stärksten Triebe rückte ich den Obelisken nun ein wenig aus der Mitte der Pflanzstelle heraus. Diese Triebe sollten später nicht an
irgendwelchen Querstreben scheuern.
DAS ANBRINGEN DER TRIEBE AM OBELISKEN
Als erstes wand ich die vegetativen Triebe des Vorjahres (Sie sind erkennbar an der hellgrünen Rinde und noch ohne Seitentriebe.) schneckenartig um den Obelisken
herum.
Ich bog die Triebe nun entweder im Uhrzeigersinn oder entgegengesetzt um den Obelisken. Dabei ließ ich mich von der natürlichen Wuchsrichtung der Triebe leiten.
Wichtig ist dabei vor allem, auf einen möglichst harmonischen Winkel des Triebes aus der Senkrechten heraus zu achten. In bezug auf den Boden sollte der Trieb
einen Winkel von annähernd 60 Grad haben. Allerdings setzt die mehr oder weniger ausgeprägte Biegsamkeit der Triebe dem oft Grenzen. Bevor die Triebe brechen, nehme ich lieber mit einem größeren Winkel vorlieb.
Stärker als 60 Grad sollte der Trieb jedoch nicht zum Boden gebogen werden. Sonst bildet er bedeutend weniger blühende Seitentriebe und stirbt früher oder später
ab.
Um die Triebe in der entsprechenden Position zu fixieren, band ich sie mit in Streifen geschnittenen alten T-Shirts fest. Diese Befestigung ist schön nachgiebig
und führt zu keinen Quetschungen, und wenn man ein (lind)grünes T-Shirt verwendet, hat es quasi Tarnfarbe...
Danach löste ich jeweils einen der älteren Triebe und entfernte zunächst alle toten und verletzten Seitentriebe. Anschließend kürzte ich die Seitentriebe auf
jeweils 15 cm ein und begann auch diesen älteren Trieb schneckenförmig um den Obelisken zu winden und festzubinden.
In dieser Weise wurden alle verwendbaren älteren Triebe behandelt.
Sehr alte, nicht mehr biegsame Triebe schnitt ich über einem kräftigen, in Drehrichtung weisenden Auge in ca. 30 cm Höhe ab.
DAS FINISH DER ROSE AM OBELISKEN
Abschließend kürzte ich alle Seitentriebe der älteren Haupttriebe auf ca. 10 cm ein.
Alle ins Innere des Obelisken ragenden Seitentriebe entfernte ich unmittelbar an der Triebachsel, da sie im Laufe der Saison aus Licht- und Luftmangel kümmern
würden.
DER SOMMERSCHNITT DER ROSEN AM OBELISKEN
Auch hier habe ich mit dem Tipp von John Scarman keine empfehlenswerten Erfahrungen gemacht. Durch den starken Rückschnitt setzte der Blütenflor mehr als drei
Wochen lang aus.
Dem Problem der störenden Seitentriebe werde ich in Zukunft lieber durch Anbinden dieser Triebe entgegnen.
Vegetative Triebe aus der Basis der alten Haupttriebe lasse ich einfach hoch wachsen. Im Sommer ist es vor lauter Blüten und Laub nicht möglich, diese Triebe um
den Obelisken zu leiten, ohne die anderen Triebe zu verletzen.
Wenn die vegetativen Triebe sehr störend hin und her schwanken, binde ich sie punktuell am Gestell des Obelisken an.
Im kommenden Frühjahr können diese jungen elastischen Triebe ganz leicht um den Obelisken herumgewunden werden und die ältesten Haupttriebe ersetzen.
Damit ist eine kontinuierliche Verjüngung des Strauchs sichergestellt.
RESUMEE ZUR VERWENDUNG VON OBELISKEN
Dadurch, dass ich die Triebe der Strauchrosen in der beschriebenen Art und Weise biege, erreiche ich genau den gleichen Effekt wie beim korrekten Aufbinden einer
Kletterrose. Der Strauch bietet dadurch Blütenfülle über die gesamte Höhe, und verkahlt nicht von unten, während über dem Kopf des Betrachters die Blüten wogen.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass im Bereich der stärksten Biegungen die größte Blütenfülle erreicht wird. Außerdem treiben aus der gebogenen Basis der älteren
Triebe im Laufe der Saison vegetative Triebe, die zur Verjüngung verwandt werden können.
Die besonders weichtriebigen Strauchrosen wie Graham Thomas verlangen allerdings sehr viel Geschick und Mut bei dieser Dressur.
Die Triebe dieser Rosensorte sind sehr weich (Dies hat im Übrigen überhaupt nichts mit einer etwaigen Überdüngung zu tun, denn ich dünge alle Rosen gleich. Nur
Graham Thomas zeigt diese Eigenart, die mir auch schon von anderen Rosenliebhabern zugetragen wurde.) und Beim Herumwinden wurden die Triebe sehr leicht abgebrochen , und bevor ich dadurch Scheunentore für
Krankheitskeime aufriß, habe ich die Schadstellen lieber großzügig ausgeschnitten.
Ich nehme lieber einen vielleicht nicht ganz so üppigen Blütenflor in der ersten Saison in Kauf, als unübersehbare Folgen durch eingedrungene Krankheitserreger.
Die Hauptsache ist, die Rose bleibt gesund. Strauchrosen sind so starkwüchsig, da macht es nichts wenn ein bisschen mehr abgeschnitten wird.
DER FRÜHJAHRSSCHNITT DER ETABLIERTEN ROSE AM OBELISKEN
Die folgenden Bilder habe ich im März 2003 beim Schnitt der englischen Rose Heritage gemacht. Damit werde ich versuchen, den Frühjahrsschnitt einer Rose am Obelisken Schritt für
Schritt zu dokumentieren.
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Die erste Abbildung links zeigt die Rose vor allen Eingriffen. Wie man im Bild leider nicht erkennen kann, ist der Obelisk deutlich nach vorne geneigt.
Die Stürme im Herbst und Winter und der Einfluss von Regen und Schnee haben die Obelisken aus der Lotrechten gebracht. Zunächst richte ich Rose und Obelisk wieder
gerade auf. Um diese Haltung zu fixieren, spanne ich tarnfarbenes grünes Gartenband von geeigneten Knotenpunkten der Obelisken-Konstruktion zu ausgedienten Zelt-Heringen ab, die ich im Umkreis des Obelisken in der
Rabatte festhämmere.
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Im Bild rechts ist diese Abspannung links unten am Obelisken zu erkennen. Sobald die Rose und die begleitenden Stauden austreiben, ist diese Abspannung nicht
mehr erkennbar.
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Als nächsten Schritt, der im Bild links dokumentiert ist, schneide ich alle toten und verletzten Triebe aus.
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Anschliessend beginne ich zunächst mit den am weitesten ausladenden Trieben, und binde sie nach und nach spiralförmig, entsprechend ihrer Wuchrichtung an, wie man
auf dem Bild rechts erkennen kann.
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Nach und nach verfahre ich mit allen verwendbaren Trieben so. Dabei achte ich darauf, dass die Triebe möglichst gleichmäßig rund um den Obelisken verteilt werden.
Anschließend stutze ich die Seitentriebe der verschlungen angebundenen Triebe.
Um ein möglichst gleichmäßiges Wachstum über die gesamte Höhe des Obelisken zu erreichen, kürze ich die oberen Seitentriebe relativ stark auf zwei bis drei
Augen. Die Triebe im mittleren Bereich stutze ich nur auf fünf bis sechs Augen und die bodennahen Triebe kürze ich nur noch leicht an den Spitzen ein.
Durch diese abgestufte Schnitttechnik wirke ich dem Bestreben der Rose, die am höchsten gelegenen Knospen am stärksten zu entwickeln, ein wenig entgegen. Damit
erreiche ich leichter das Ziel eines gleichmäßigen Blütenschauers über die gesamte Höhe des Obelisken.
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Sebastian Kneipp vor und nach dem Frühjahrsschnitt
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Ferdinand Prichard vor und nach dem Frühjahrsschnitt
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KLETTERROSEN
PFLANZUNG DER KLETTERROSEN
AUFBINDEN UND LEITEN DER KLETTERROSEN
SCHNITT DER KLETTERROSEN |
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BODENMÜDIGKEIT
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An den Wurzeln von Rosen bilden sich über die Jahre hinweg viele, zum Teil schädliche Mikroorganismen, die auch zur sogenannten Bodenmüdigkeit beitragen.
Nun gibt es dafür ja unglaublich teure Kulturen, die man an die Wurzeln geben kann. Manch einer hat schon ausprobiert, probiotischen Naturjoghurt (natürlich keinen
mit Erdbeergeschmack *ggg*) oder Milch zu verdünnen und an die Rosen zu gießen, so ganz nach dem Motto, die enthaltenen Milchsäurebakterien helfen schließlich auch gegen Mehltau, vielleicht vernichten sie dann auch
diese schädlichen Baktereien? Oder fördern die Bodenflora der Rosenwurzeln, oder beschleunigen das Rosenwachstum auf eine andere, mysteriöse Art.
Meine persönlichen Erfahrungen - neben der, dass die oben erwähnten “sündhaft teuren Kulturen” sich Mykorrhiza nennen und praktischerweise in dem von mr
verwendeten Grundstoff für Landhausgartens Rosendünger, nämlich Neudorff’s Azet zu günstigen Preisen bereits enthalten sind - sind folgende:
Was wirklich gegen die sogenannte Bodenmüdigkeit hilft, sind hundsordinäre Sonnenblumen!
Vor Urzeiten las ich einmal in einem Kraut-und-Rüben-Heft einen Artikel über einen Apfelbauern, der (Äpfel, Birnen, aber auch Erdbeeren gehören ja bekannterweise
zur Familie der Rosengewächse) ebenfalls mit Bodenmüdigkeit zu kämpfen hatte.
Nach etwa 20 Jahren sind im Erwerbsobstbau die Bäumchen der Plantagen erschöpft und müssen gerodet werden. Normalerweise sind danach sage und schreibe weitere 20
Jahre Kulturunterbrechung mit anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen angesagt, ehe der Boden sich wieder so weit erholt hat, dass erneut ertragreiche Apfelbäume angepflanzt werden können.
Der clevere Bio-Apfelbauer war jedenfalls laut dem Artikel auf irgendeinen Bericht gestoßen, in dem dargelegt wurde, dass Sonnenblumen schädliche Bodenstoffe, z.B.
in mit industriellen Abfällen belasteten Gebieten, binden können.
Das brachte ihn auf die Idee, dies mal in seiner Apfelplantage auszuprobieren und so säte er auf einem frisch gerodeten Apfelfeld kurzerhand Sonnnenblumen aus.
Die Sonnenblumen wuchsen, blühten und wurden geerntet, und als er im darauffolgenden Jahr neue Apfelbäumchen anpflanzte, wuchsen die ebenso üppig wie in
jungfräulichem, 20 Jahre ruhendem Boden!
Diesen Tipp habe ich vor einigen Jahren ausprobiert, als meine liebe Großtante sich bei mir beklagte, dass ihre über sechzigjährige Kletterrose, die noch von
meiner Urgroßomutter gepflanzt worden war, nur Probleme hatte. Sie mickerte vor sich hin, blühte kaum mehr und wuchs mehr rückwärts als vorwärts.
Ich besann mich also des Apfelbauern und beschloß, die Wirkung der Sonnenblumen an dieser ermüdeten Rose zu testen.
Da Sonnenblumen einen hohen Nährstoffbedarf haben, begann ich damit, den Boden rings um die Rose mit Kompost, organischem Rosendünger nach meinem Spezialrezept
angereichert mit zusätzlichem Oscorna Animalin und Hornspänen aufzubessern.
In der Folge säte ich großzügig Sonnenblumenkerne aus den übriggebliebenen Beständen des Vogelfutters aus und meine Großtante übernahm es, Rose und Sonnenblumen
regelämäßig, wenn auch mäßig, zu gießen.
In diesem Jahr blühte die Rose überhaupt nicht mehr, die Sonnenblumen dafür um so üppiger.
Im Herbst räumten wir die Sonnenblumen ab undhäufelten die Rose mit Kompost an.
Im Darauffolgenden Frühjahr wurde die Rose erneut mit Kompost und Landhausgartens Dünger versorgt, und siehe da, binnen dieses und des folgenden Jahres berappelte
sich die Rose und blüht und gedeiht mittlerweile - es sind fünf Jahre seit dieser Aktion vergangen -üppiger, schöner und gesünder denn je.
Nur schade, dass meine
Großtante im vorletzten Jahr hochbetagt gestorben ist. Aber jedes Mal, wenn ich die so verjüngte Rose sehe, erinnert sie mich an die liebe alte Dame!
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